Roland
Die Gesichter des Olli K.

Kahn "streichelt" Klose (Foto: imago)
King Kahn, Vul-Kahn, Titan - die Liste der Namen für Deutschlands schärfsten Hund zwischen den Pfosten ist so lang wie das New Yorker Telefonbuch. Und jeden einzelnen hat sich Oliver Kahn redlich verdient. Am vergangenen Wochenende war es wieder an der Zeit für die große Kahn-Show. Aufgeheizt wie der brodelnde Mount St. Helens packte sich der Bayern-Kapitän seinen Nationalmannschafts-Kameraden Miroslav Klose und bohrte mit seinem Handschuh in dessen Nase. Keine Szene mit Seltenheitswert im Kahnschen Repertoire. Sei es die Karate-Einlage gegen Stephane Chapuisat oder der Würgegriff gegen Thomas Brdaric: Der Keeper schießt durch seinen Strafraum wie ein Jagdpächter durchs Gehölz.
Wenn Olli was macht, schaut der Schiri nur zu
Dass Oliver Kahn dabei seinen Jagdschein auch über die Grenzen des Erlaubten hinweg ausnutzt, scheint zumindest bei den Vertretern der Schiedsrichter-Kaste niemanden auf die Barrikaden zu rufen. Ganz im Gegenteil: Als Kahn mit dem Ball unterm Arm in gewohnt animalischer Art und Weise auf Klose losging, ihn bedrängte und mit Streicheleinheiten à la Olli beglückte - da stand der Unparteiische Herbert Fandel seelenruhig daneben, schaute sich das Treiben an und ließ den Torwart-Vulkan seine glühende Lava in den Strafraum ergießen.
Verhältnismäßigkeit der Dinge
Jedes kleine Trikotzupfen ahnden die "Männer in Schwarz" (oder grün, oder gelb) mit gelb - einen sichtlich erregten Keeper, der wortwörtlich handgreiflich wird, lässt man agieren. Die Verhältnismäßigkeit der Dinge scheint außer Kraft gesetzt, wenn es darum geht, den Bayern-Schlussmann in seine Schranken zu weisen. Robert Enke sah für seinen Tritt ans Kinn von di Salvo, den die Wucht des Aufpralls klassisch K.o. setzte, den gelben Karton. Oliver Kahn, der einst in Bruce-Lee-Manier an Stephane Chapuisat vorbei flog, wäre sicher auch hier unbeschadet davongekommen.
Nur drei Mal vom Platz geflogen
Der "Titan" genießt weitestgehend Narrenfreiheit. In 17 Jahren Bundesliga musste Kahn nur drei Mal vorzeitig unter die Dusche, das letzte Mal in der Saison 2000/2001 in der Partie gegen Hansa Rostock. Keine Tätlichkeit, ein Handspiel brachte ihm den Platzverweis ein. Kahn faustete den Ball in die Maschen - dummerweise im gegnerischen Strafraum. Gemessen an seinen unzähligen weiteren Eskapaden kann Kahn eigentlich von Glück sprechen, überhaupt noch regelmäßig in die Stadien der Bundesliga einzulaufen. Aber wer stellt sich ihm auch schon freiwillig in den Weg - dem King Kahn, dem Vul-Kahn, dem Titan.
Quelle

Kahn "streichelt" Klose (Foto: imago)
King Kahn, Vul-Kahn, Titan - die Liste der Namen für Deutschlands schärfsten Hund zwischen den Pfosten ist so lang wie das New Yorker Telefonbuch. Und jeden einzelnen hat sich Oliver Kahn redlich verdient. Am vergangenen Wochenende war es wieder an der Zeit für die große Kahn-Show. Aufgeheizt wie der brodelnde Mount St. Helens packte sich der Bayern-Kapitän seinen Nationalmannschafts-Kameraden Miroslav Klose und bohrte mit seinem Handschuh in dessen Nase. Keine Szene mit Seltenheitswert im Kahnschen Repertoire. Sei es die Karate-Einlage gegen Stephane Chapuisat oder der Würgegriff gegen Thomas Brdaric: Der Keeper schießt durch seinen Strafraum wie ein Jagdpächter durchs Gehölz.
Wenn Olli was macht, schaut der Schiri nur zu
Dass Oliver Kahn dabei seinen Jagdschein auch über die Grenzen des Erlaubten hinweg ausnutzt, scheint zumindest bei den Vertretern der Schiedsrichter-Kaste niemanden auf die Barrikaden zu rufen. Ganz im Gegenteil: Als Kahn mit dem Ball unterm Arm in gewohnt animalischer Art und Weise auf Klose losging, ihn bedrängte und mit Streicheleinheiten à la Olli beglückte - da stand der Unparteiische Herbert Fandel seelenruhig daneben, schaute sich das Treiben an und ließ den Torwart-Vulkan seine glühende Lava in den Strafraum ergießen.
Verhältnismäßigkeit der Dinge
Jedes kleine Trikotzupfen ahnden die "Männer in Schwarz" (oder grün, oder gelb) mit gelb - einen sichtlich erregten Keeper, der wortwörtlich handgreiflich wird, lässt man agieren. Die Verhältnismäßigkeit der Dinge scheint außer Kraft gesetzt, wenn es darum geht, den Bayern-Schlussmann in seine Schranken zu weisen. Robert Enke sah für seinen Tritt ans Kinn von di Salvo, den die Wucht des Aufpralls klassisch K.o. setzte, den gelben Karton. Oliver Kahn, der einst in Bruce-Lee-Manier an Stephane Chapuisat vorbei flog, wäre sicher auch hier unbeschadet davongekommen.
Nur drei Mal vom Platz geflogen
Der "Titan" genießt weitestgehend Narrenfreiheit. In 17 Jahren Bundesliga musste Kahn nur drei Mal vorzeitig unter die Dusche, das letzte Mal in der Saison 2000/2001 in der Partie gegen Hansa Rostock. Keine Tätlichkeit, ein Handspiel brachte ihm den Platzverweis ein. Kahn faustete den Ball in die Maschen - dummerweise im gegnerischen Strafraum. Gemessen an seinen unzähligen weiteren Eskapaden kann Kahn eigentlich von Glück sprechen, überhaupt noch regelmäßig in die Stadien der Bundesliga einzulaufen. Aber wer stellt sich ihm auch schon freiwillig in den Weg - dem King Kahn, dem Vul-Kahn, dem Titan.
Quelle
)