Roland
Auch im nächsten Länderspiel gegen Kamerun erhält Jens Lehmann wohl den Vorzug vor Oliver Kahn. Lothar Matthäus, der seinen zum Bundestrainer aufgestiegenen Erzfeind Klinsmann nach dem Rauswurf von Torwarttrainer Sepp Maier einen "Killer" schimpfte, befürchtet, dass der Bayern-Keeper noch vor der WM 2006 zurücktritt.
Lothar Matthäus (re.) im Gespräch mit Jens Lehmann (Foto: imago)
Kahn wird laut Informationen der "Bild"-Zeitung am 17. November in Leipzig nur auf der Reservebank sitzen. Nach seiner hervorragenden Leistung beim 2:0-Erfolg in Iran darf sich Lehmann gegen Kamerun erneut bewähren, zumal er für die Asienreise (13. bis 22. Dezember) mit Länderspielen gegen Japan, Korea und Thailand wegen gleichzeitig terminierten Premiere-League-Partien mit Arsenal London nicht zur Verfügung steht. Nach der WM 2002 war Kahn nie zweiter Nationalkeeper gewesen: Wenn Lehmann 90 Minuten spielte, war der Bayern-Schlussmann wegen Verletzungen oder zur Regeneration zu Hause geblieben.
"Oliver Kahn wird die WM 2006 nicht als Torwart erleben"
Ungarns Nationalcoach Matthäus ist davon überzeugt, dass Klinsmann entgegen dessen Ankündigung ("Wir werden einen offenen Konkurrenzkampf bis 2006 erleben") Lehmann bevorzugt. "Es gibt diese 50:50-Chance für Kahn und Lehmann gar nicht", schreibt Matthäus in seiner "Sport-Bild"-Kolumne, "es gibt durch die verstrickten Wege doch jetzt schon keine Objektivität mehr, was den Zweikampf Kahn gegen Lehmann betrifft. Im Moment spricht fast alles gegen Oliver Kahn. Ich gehe sogar so weit, dass ich fürchte: Oliver Kahn wird die WM 2006 nicht als Torwart erleben."
Lehmann den Rücken gestärkt
Es sei eine offene Provokation, so Matthäus, Kahn erst die Kapitänsbinde und dann den Torwarttrainer wegzunehmen. "Ich bin sogar sicher, dass er überlegt, ob er aus der Nationalmannschaft zurücktritt. Er muss sich Gedanken machen, weil er sieht, was dort gerade passiert. Er muss sehen, welche Clique hier zusammenkommt. Es ist doch offensichtlich, dass jetzt Lehmann den Rücken gestärkt bekommt durch die Positionierung der Trainer und Betreuer."
Überrascht, wie bestimmte Dinge diskutiert werden
Klinsmann kann derweil die Aufregung über seine Personalentscheidungen nicht nachvollziehen und wehrt sich gegen den zuerst von Bayern-Manager Uli Hoeneß ausgesprochene Warnung der "Vetternwirtschaft". "Ich muss ganz ehrlich sagen, dass es für uns als Verantwortliche manchmal schon ein bisschen überraschend ist, wie bestimmte Dinge diskutiert werden", sagte der Bundestrainer in der Zeitung "Die Welt". Es gehe schließlich nur um "Themen, die bei Bundesliga-Klubs normal sind", betonte er.
Es passiert einfach so
Klinsmann verwies nach der Trennung von Bundestorwarttrainer Sepp Maier und der Kontaktaufnahme mit dem designierten Nachfolger Andreas Köpke auf ähnliche Vorgänge in den Vereinen. "Wenn zum Beispiel ein Felix Magath zu Bayern München geht oder ein Matthias Sammer zum VfB Stuttgart, dann bauen die ihre Trainerstäbe zusammen und suchen das Trainingslager aus, aber das passiert einfach so." Beträfen derlei Entscheidungen die Nationalmannschaft, "meint halt jeder, er muss sich dazu äußern. Letztendlich sollte jeder verstehen, dass wir nur nach der Qualität gehen mit Blick auf 2006 und dass es ja normal ist, eher jemanden mit ins Boot zu nehmen, den ich kenne, dem ich vertrauen kann und von dessen Qualität ich überzeugt bin".
Quelle
Lothar Matthäus (re.) im Gespräch mit Jens Lehmann (Foto: imago)
Kahn wird laut Informationen der "Bild"-Zeitung am 17. November in Leipzig nur auf der Reservebank sitzen. Nach seiner hervorragenden Leistung beim 2:0-Erfolg in Iran darf sich Lehmann gegen Kamerun erneut bewähren, zumal er für die Asienreise (13. bis 22. Dezember) mit Länderspielen gegen Japan, Korea und Thailand wegen gleichzeitig terminierten Premiere-League-Partien mit Arsenal London nicht zur Verfügung steht. Nach der WM 2002 war Kahn nie zweiter Nationalkeeper gewesen: Wenn Lehmann 90 Minuten spielte, war der Bayern-Schlussmann wegen Verletzungen oder zur Regeneration zu Hause geblieben.
"Oliver Kahn wird die WM 2006 nicht als Torwart erleben"
Ungarns Nationalcoach Matthäus ist davon überzeugt, dass Klinsmann entgegen dessen Ankündigung ("Wir werden einen offenen Konkurrenzkampf bis 2006 erleben") Lehmann bevorzugt. "Es gibt diese 50:50-Chance für Kahn und Lehmann gar nicht", schreibt Matthäus in seiner "Sport-Bild"-Kolumne, "es gibt durch die verstrickten Wege doch jetzt schon keine Objektivität mehr, was den Zweikampf Kahn gegen Lehmann betrifft. Im Moment spricht fast alles gegen Oliver Kahn. Ich gehe sogar so weit, dass ich fürchte: Oliver Kahn wird die WM 2006 nicht als Torwart erleben."
Lehmann den Rücken gestärkt
Es sei eine offene Provokation, so Matthäus, Kahn erst die Kapitänsbinde und dann den Torwarttrainer wegzunehmen. "Ich bin sogar sicher, dass er überlegt, ob er aus der Nationalmannschaft zurücktritt. Er muss sich Gedanken machen, weil er sieht, was dort gerade passiert. Er muss sehen, welche Clique hier zusammenkommt. Es ist doch offensichtlich, dass jetzt Lehmann den Rücken gestärkt bekommt durch die Positionierung der Trainer und Betreuer."
Überrascht, wie bestimmte Dinge diskutiert werden
Klinsmann kann derweil die Aufregung über seine Personalentscheidungen nicht nachvollziehen und wehrt sich gegen den zuerst von Bayern-Manager Uli Hoeneß ausgesprochene Warnung der "Vetternwirtschaft". "Ich muss ganz ehrlich sagen, dass es für uns als Verantwortliche manchmal schon ein bisschen überraschend ist, wie bestimmte Dinge diskutiert werden", sagte der Bundestrainer in der Zeitung "Die Welt". Es gehe schließlich nur um "Themen, die bei Bundesliga-Klubs normal sind", betonte er.
Es passiert einfach so
Klinsmann verwies nach der Trennung von Bundestorwarttrainer Sepp Maier und der Kontaktaufnahme mit dem designierten Nachfolger Andreas Köpke auf ähnliche Vorgänge in den Vereinen. "Wenn zum Beispiel ein Felix Magath zu Bayern München geht oder ein Matthias Sammer zum VfB Stuttgart, dann bauen die ihre Trainerstäbe zusammen und suchen das Trainingslager aus, aber das passiert einfach so." Beträfen derlei Entscheidungen die Nationalmannschaft, "meint halt jeder, er muss sich dazu äußern. Letztendlich sollte jeder verstehen, dass wir nur nach der Qualität gehen mit Blick auf 2006 und dass es ja normal ist, eher jemanden mit ins Boot zu nehmen, den ich kenne, dem ich vertrauen kann und von dessen Qualität ich überzeugt bin".
Quelle