Vollständige Version anzeigen: Rechter Haken besiegelt Urkals Niederlage

Roland
Profi-Boxer Oktay Urkal hat zum dritten Mal den Sprung auf den WM-Thron im Halbweltergewicht verpasst. Der 34 Jahre alte Berliner unterlag in seiner Heimatstadt dem WBA-Titelverteidiger Vivian Harris (USA) durch technischen K.o. in der elften Runde. Bereits im April dieses Jahres war er dem gebürtigen Guyaner nach Punkten unterlegen. Seine erste WM-Chance hatte Urkal im Juni 2001 gegen Kostya Tszyu (Australien) vergeben.


Harris attackiert Urkal. (Foto: dpa)

Karriereende nahe
Vor 4000 Zuschauern im Berliner Tempodrom musste Urkal seine dritte Niederlage in 37 Kämpfen hinnehmen. Der ehemalige Europameister wird seine Karriere vermutlich nicht fortsetzen. Damit bleibt Supermittelgewichtler Markus Beyer (Köln) einziger Weltmeister im Sauerland-Stall.

Rechter Hacken bringt die Entscheidung
Der acht Jahre jüngere Harris, der von 27 Kämpfen 25 gewonnen hat, war der explosivere, härter schlagende Boxer. Ab der sechsten Runde kam Urkal zwar besser zum Zuge, setzte aber zu wenig Treffer, um Harris ernsthaft in Bedrängnis bringen zu können. In der elften Runde wurde der Berliner von einem rechten Haken des Weltmeisters zu Boden geschickt. Ringrichter Armando Garcia zählte Urkal an und brach den Kampf ab. "Harris war der Bessere", sagte Urkal und deutete seinen Abschied aus dem Boxring an.

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Erste Titelverteidigung für Vitali Klitschko

Am 11. Dezember geht es für Vitali Klitschko wieder um das Wesentliche. Dann steht Doktor Eisenfaust erstmals als Schwergewichts-Weltmeister des WBC (World Boxing Council) im Ring - und nicht vor irgendeinem Gericht. Nicht Noch-Promoter Klaus-Peter Kohl fordert den Ukrainer dann zur Auseinandersetzung, sondern Danny Williams. Wo, steht noch nicht fest. Die Empfehlung des Briten: ein Sieg über Mike Tyson. Am 30. Juli hatte sich der 31-Jährige in Louisville gegen den Ex-Weltmeister für das Gefecht mit dem älteren der beiden Klitschko-Brüder qualifiziert. Tyson war in Runde vier k.o. gegangen.

Williams statt Tyson
Vitali hatte sich eigentlich die streitbare Legende als Widersacher gewünscht. Umso heißer ist er nun auf dessen Bezwinger: "Ich wollte Williams", meinte Vitali gegenüber dem ZDF, "weil er meinen Traum zerstört hat, gegen Mike Tyson zu kämpfen." Williams, Profi seit Oktober 1995, verlor nur drei seiner bisherigen 35 Kämpfe. Vitalis Bilanz seit dem 16. November 1996: 36 Kämpfe, 34 Siege, davon 33 vorzeitig. Williams bezeichnete den Weltmeister als "eindeutig besten Schwergewichtler". Für Manager Richard Maynard ist die Auseinandersetzung seines Schützlings mit Klitschko gar der "Gipfel einer zehnjährigen Karriere".

Wladimir "gerächt"
Seit dem 24. April, als Klitschko sich in Los Angeles in einem harten Fight gegen den Südafrikaner Corrie Sanders zum WM-Gürtel boxte, stand der Muskel bepackte Hüne nicht mehr im Ring. Sein Bruder Wladimir war Sanders am 8. März 2003 in Hannover unterlegen gewesen: Technischer K.o. in Runde zwei. Zuletzt präsentierte er sich am 2. Oktober in Las Vegas gegen US-Boy DaVaryll Williamson seinen Fans. Unspektakulär gewann er nach Punkten, als das Gefecht nach fünf Runden abgebrochen wurde. Klitschko hatte durch einen Kopfstoß einen Cut über dem rechten Auge eingesteckt, der nicht mehr zu schließen war.

Sport nicht gefährdet
Der Rechtsstreit zwischen den Klitschko-Brüdern und Universum über die Vertragslaufzeiten wird vermutlich in die zweite Instanz gehen und weit in das Jahr 2005 reichen, betonte Klitschko-Anwalt Sebastian Cording. "Solange können sie mit dem Boxen aber nicht warten." Die Auseinandersetzung vor Gericht sei trotz drohender Schadenersatzforderungen "kein Risiko für diesen Boxkampf", meinte Cording.

Quelle: T-online