Roland
Geschafft. Die erste Verkaufsrunde der begehrten Tickets für die WM 2006 in Deutschland ist abgeschlossen. Mehr als fünf Millionen Karten wurden bis gestern 24 Uhr beim Organisations-Komitee geordert. Jetzt können die Fußball-Anhänger nur noch warten und hoffen, denn erst nach der Verlosung Ende April stehen die Stadionbesucher fest. Um die Bestellung endgültig unter Dach und Fach zu bringen, müssen die Karten bis Mitte Mai bezahlt werden. Die Tickets in den Händen hält der Fan dann erst sechs bis acht Wochen vor dem WM-Start.
Kartenverkäufer tummeln sich im Internet
Daran ändert sich auch nichts, wenn man bei einem der zahlreichen Kartenverkäufer im Internet zuschlägt. Alle Tickets werden frühestens zwei Monate vor dem Anpfiff produziert. Lässt man sich auf Anbieter ein, die nicht mit der Fifa kooperieren, läuft man eher Gefahr, am Ende mit leeren Händen dazustehen und auch noch Geld zu verlieren. Interessierte sind deshalb gut beraten, sich das Kleingedruckte ganz genau durchzulesen. Dort finden sich bisweilen Hinweise, dass die Anbieter überhaupt nicht über ein Ticketkontingent verfügen und nur als Agent auftreten. Die Verkäufer hoffen einzelne Sponsoren-Kontingente anzapfen zu können. Um kein Risiko einzugehen behalten sie sich vor, ihre Geschäftsbedingungen jederzeit zu ändern. Den Kunden fordern sie deshalb auf, die Website immer mal wieder aufzusuchen.
Euroteam im Visier
"Euroteam-World Tickets" ist einer jener dubiosen Anbieter. Auf der Internetseite von Euroteam werden neben der Zentrale in Oslo auch die Adressen von Auslandsbüros aufgeführt. Lissabon, Paris, Genf, London, alle gelegen in teuren Vierteln. Die Zentrale in Deutschland soll sich in Berlin in der Friedrichstraße befinden. Reporter der Zeitung "Tagesspiegel" wollten es genauer wissen und bohrten nach. Telefonauskünfte mehrerer Anbieter konnten keinen Eintrag finden. "Wir haben mit dem Dienstleister Regus ein Abkommen abgeschlossen, dass er die Post an uns weitersendet", erfuhren die Mitarbeiter der Hauptstadt-Zeitung von einem Manager der Firma. Das Haus in der Friedrichstraße wird tatsächlich von Regus gemanagt, doch auf Nachfrage sagt eine Mitarbeiterin: "Euroteam sagt uns nichts. Wir senden auch niemandem Post nach."
Bei DHL weiß man nichts von einer Partnerschaft
Bei Euroteam verteidigt man sich noch. "Wir sind kein illegales Unternehmen", hieß es aus der Zentrale in Oslo. Mag sein, höchst fragwürdig sind die Methoden allemal. Euroteam benennt auf seiner Website das deutsche Versandunternehmen DHL als Partner. WM-Partner DHL selbst wusste allerdings auf Nachfrage von solch einer "Partnerschaft" überhaupt nichts. "Euroteam" sei lediglich Kunde, so DHL-Sprecher Claus Korfmacher.
Betrugsgefahr ist groß
Die WM-Organisatoren gehen inzwischen verstärkt gegen unautorisierte Anbieter vor. Schon kurz vor Weihnachten hat das Landgericht Frankfurt am Main eine einstweilige Verfügung gegen einen Händler aus Lünen erwirkt. Dessen Agentur hatte Tickets für den im Juni in Deutschland stattfindenden Konföderationen-Pokal erworben und im Internet angeboten – zu überhöhten Preisen. Im Wiederholungsfall droht der Agentur nun eine Geldstrafe von 250.000 Euro. WM-Sprecher Graus warnte schon damals: "Die Gefahr ist groß, Betrügern auf den Leim zu gehen."
Vier weitere Verkaufsphasen stehen noch aus
Deshalb rufen die Organisatoren zur Besonnenheit auf: "Jeder, der sich auf solche Angebote einlässt, läuft Gefahr, viel Geld zu verlieren und nicht ins Stadion zu kommen", sagt OK-Vizepräsident Horst R. Schmidt. Er appelliert an die Geduld der Fans und sagt: "Bei der Verlosung hat jeder eine faire Chance." Und wenn es da nicht klappt mit dem begehrten Ticket, dann gibt es ja auch noch vier weitere Verkaufsphasen.
Quelle
Kartenverkäufer tummeln sich im Internet
Daran ändert sich auch nichts, wenn man bei einem der zahlreichen Kartenverkäufer im Internet zuschlägt. Alle Tickets werden frühestens zwei Monate vor dem Anpfiff produziert. Lässt man sich auf Anbieter ein, die nicht mit der Fifa kooperieren, läuft man eher Gefahr, am Ende mit leeren Händen dazustehen und auch noch Geld zu verlieren. Interessierte sind deshalb gut beraten, sich das Kleingedruckte ganz genau durchzulesen. Dort finden sich bisweilen Hinweise, dass die Anbieter überhaupt nicht über ein Ticketkontingent verfügen und nur als Agent auftreten. Die Verkäufer hoffen einzelne Sponsoren-Kontingente anzapfen zu können. Um kein Risiko einzugehen behalten sie sich vor, ihre Geschäftsbedingungen jederzeit zu ändern. Den Kunden fordern sie deshalb auf, die Website immer mal wieder aufzusuchen.
Euroteam im Visier
"Euroteam-World Tickets" ist einer jener dubiosen Anbieter. Auf der Internetseite von Euroteam werden neben der Zentrale in Oslo auch die Adressen von Auslandsbüros aufgeführt. Lissabon, Paris, Genf, London, alle gelegen in teuren Vierteln. Die Zentrale in Deutschland soll sich in Berlin in der Friedrichstraße befinden. Reporter der Zeitung "Tagesspiegel" wollten es genauer wissen und bohrten nach. Telefonauskünfte mehrerer Anbieter konnten keinen Eintrag finden. "Wir haben mit dem Dienstleister Regus ein Abkommen abgeschlossen, dass er die Post an uns weitersendet", erfuhren die Mitarbeiter der Hauptstadt-Zeitung von einem Manager der Firma. Das Haus in der Friedrichstraße wird tatsächlich von Regus gemanagt, doch auf Nachfrage sagt eine Mitarbeiterin: "Euroteam sagt uns nichts. Wir senden auch niemandem Post nach."
Bei DHL weiß man nichts von einer Partnerschaft
Bei Euroteam verteidigt man sich noch. "Wir sind kein illegales Unternehmen", hieß es aus der Zentrale in Oslo. Mag sein, höchst fragwürdig sind die Methoden allemal. Euroteam benennt auf seiner Website das deutsche Versandunternehmen DHL als Partner. WM-Partner DHL selbst wusste allerdings auf Nachfrage von solch einer "Partnerschaft" überhaupt nichts. "Euroteam" sei lediglich Kunde, so DHL-Sprecher Claus Korfmacher.
Betrugsgefahr ist groß
Die WM-Organisatoren gehen inzwischen verstärkt gegen unautorisierte Anbieter vor. Schon kurz vor Weihnachten hat das Landgericht Frankfurt am Main eine einstweilige Verfügung gegen einen Händler aus Lünen erwirkt. Dessen Agentur hatte Tickets für den im Juni in Deutschland stattfindenden Konföderationen-Pokal erworben und im Internet angeboten – zu überhöhten Preisen. Im Wiederholungsfall droht der Agentur nun eine Geldstrafe von 250.000 Euro. WM-Sprecher Graus warnte schon damals: "Die Gefahr ist groß, Betrügern auf den Leim zu gehen."
Vier weitere Verkaufsphasen stehen noch aus
Deshalb rufen die Organisatoren zur Besonnenheit auf: "Jeder, der sich auf solche Angebote einlässt, läuft Gefahr, viel Geld zu verlieren und nicht ins Stadion zu kommen", sagt OK-Vizepräsident Horst R. Schmidt. Er appelliert an die Geduld der Fans und sagt: "Bei der Verlosung hat jeder eine faire Chance." Und wenn es da nicht klappt mit dem begehrten Ticket, dann gibt es ja auch noch vier weitere Verkaufsphasen.
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