Vollständige Version anzeigen: Schumi um den Sieg betrogen?

Roland
Jenson Button blockierte Michael Schumacher in Imola über mehrere Runden. Doch der Brite soll mit einem geheimen Zusatztank einen Vorteil gehabt haben.

Schumi spekuliert über entgangenen Sieg

Hat ein geheimer Zusatztank an Jenson Buttons BAR-Honda Michael Schumachers Sieg in Imola verhindert? "Hätte ich ihn noch früher überholen können, hätte ich sogar noch eine Chance auf den Sieg gehabt", spekuliert der siebenfache Weltmeister auf seiner Homepage. "Ich hätte die drei Sekunden Rückstand auf Fernando nach meinem zweiten Boxenstopp zuvor bei freier Fahrt rausholen können." Schumacher war von Button drei Runden lang aufgehalten worden, bevor er den Briten überholen konnte. Nach seinem zweiten Boxenstopp war Schumi nur knapp hinter dem späteren Sieger Fernando Alonso wieder auf die Piste gekommen. Button fuhr als Dritter über die Ziellinie.

Ausschluss aus der laufenden Saison
Die Zeitschrift "Autor, Motor und Sport" hatte berichtet, dass die BAR-Mechaniker mittels eines geheimen Zusatztanks den Boliden kurz vor Rennende auf das geforderte Mindestgewicht von 600 Kilogramm (inklusive Fahrer) gebracht haben. Mit Hilfe dieses Wettbewerbsvorteils hatte BAR-Fahrer Jenson Button beim Grand Prix von San Marino sich auf den dritten Platz katapultiert. Dem unter Betrugsverdacht stehenden britisch-japanischen Team, könnten nun erhebliche Konsequenzen drohen. "Wenn jemand beim eindeutigen und absichtlichen Betrug erwischt wird, wird er von der WM ausgeschlossen - egal wer es ist", kündigte Max Mosley, Präsident des Motorsport-Weltverbandes (Fia) an. Die Entscheidung über die Rennwertung fällt am 4. Mai.

"Immer über dem Mindestgewicht"
BAR-Honda wehrt sich gegen die Vorwürfe. Man habe anhand von Daten den Kommissaren versichern können, dass Buttons Auto während des Rennens immer über dem Mindestgewicht gelegen habe, hieß es in einer Mitteilung des Rennstalls. Teamchef Nick Fry zeigte sich angesichts der Vorwürfe optimistisch: "BAR-Honda wird der Fia die gleichen Daten vorlegen wie den Rennkommissaren, und wir sind zuversichtlich, dass wir einmal mehr beweisen können, dass unser Auto in allen Punkten den Regeln entspricht."


Ohne Restbenzin unter 600 Kilogramm
Doch wie ist es überhaupt zu der Aufdeckung der Unregelmäßigkeiten beim BAR-Team gekommen? Fia-Chefkommissar Charlie Whiting soll durch die schnellen Rundenzeiten im Training und das lange Ausharren der beiden BAR-Hondas auf der Strecke bis zum ersten Tankstopp misstrauisch geworden sein. Daraufhin fragte Whiting den Technischen Direktor von BAR, Geoff Willis, ob sich im Auto möglicherweise ein Zusatztank befinde. Willis verneinte. Womit der Engländer offenbar nicht rechnete: Die Fia-Fahnder rückten dem Tank des BAR mit einem Endoskop zu Leibe. Im Sucher der Kamera fand sich innerhalb des Tanks tatsächlich ein weiteres Spritreservoir.

Quelle