Vollständige Version anzeigen: Es wird eng für DVD-Rekorder

Roland
DVD-Rekorder werden immer billiger, die DVD zum Auslaufmodell. Grund: Der nächste Technologiewechsel steht ins Haus. Lohnt sich der Kauf eines DVD-Rekorder noch?

Das Ende für DVD-Rekorder?

DVD-Rekorder werden immer günstiger, gerade Modelle mit eingebauter Festplatte boomen. Doch viele Verbraucher sind verunsichert: Wenn es nach Branchenriesen wie Sony und Philips geht, läuten die Sterbeglocken für die DVD bereits nächstes Jahr. Lohnt sich der Kauf überhaupt noch?

Zwei sind einer zuviel
Die in die Jahre gekommene DVD ist nach Meinung von Unterhaltungs-Riesen wie Sony nicht mehr zeitgemäß für die digitale Ära. Deshalb soll sie auch lieber heute als morgen beerbt werden. Es gibt zwei rivalisierende Lager, die an der Etablierung eines Nachfolge-Formats arbeiten. Auf der einen Seite stehen die Fürsprecher der Blu-ray-Disc, auf der anderen Seite die Verfechter der HD-DVD. Eine Einigung auf ein einheitliches Format ist nicht in Sicht, im Gegenteil: Die Kontrahenten bringen immer neue Pressemeldungen und feiern stolz weitere Neuzugänge, die sich auf die Seite von Blu-ray-Disc oder HD-DVD schlagen.

Abwarten und DVDs brennen

Noch steht die nötige Hard- und Software für hochauflösenden Filmgenuss nicht in den Regalen. Zwar soll noch diesen Herbst das erste PC-Laufwerk von NEC für HD-DVD in den Handel kommen – die Veröffentlichung von rund 100 Hollywood-Filmen wurde aber bereits verschoben. Es empfiehlt sich, nicht voreilig zu handeln. Blu-ray-Disc und HD-DVD werden parallel auf den Markt kommen – mit der Anschaffung sollte man aber so lange warten, bis der Format-Krieg entschieden ist und die Geräte bezahlbar werden. Wie bei der DVD gesehen, kann das aber einige Jahre dauern. Ohnehin werden zunächst reine Abspielgeräte in den Handel kommen, Rekorder sollen erst im nächsten Jahr folgen.

Gute Wahl: DVD-Rekorder mit Festplatte

Eine gute Wahl für digitale Aufnahmen sind immer noch DVD-Rekorder. Gerade Modelle mit eingebauter Festplatte sind zurzeit hoch im Kurs. Aufnahmen werden auf Harddisk gespeichert und können zum Beispiel von Werbung befreit und auf DVD gebrannt werden. Ein weiterer Vorteil: Die zeitversetzte Aufnahme und Wiedergabe von TV-Sendungen ("Time-Shift" oder "Live Memory" genannt) ist noch während der Aufnahme möglich. Markengeräte mit 80-Gigabyte-Harddisk kosten rund 300 Euro, Modelle mit 160-Festplatte kosten etwa 100 Euro mehr. Eine lohnende Investition für all diejenigen, die viel aufzeichnen oder Kameraaufnahmen, Filme und Fotos ständig griffbereit haben wollen. Allen Vorteilen zum Trotz können Festplatten-Rekorder auch nervtötend sein – besonders dann, wenn ihre Lüfter laute Geräusche von sich geben.

Vier Stunden Film in guter Qualität
Bislang waren im DVD-Aufnahmemodus maximal zwei Stunden in guter Bildqualität drin. Geräte wie Panasonics DMR-EH52 bieten bei vergleichbarer Qualität die doppelte Aufnahmekapazität. Möglich macht's der so genannte Longplay-Modus, der nun mit voller Zeilenauflösung arbeitet. In diesem Modus ist dank des verbesserten MPEG-Codierverfahrens die Bildschärfe doppelt so groß wie noch bei den Vorgängermodellen. Damit können auf der 80-GB-Festplatte des Geräts fast 70 Stunden in guter Qualität gespeichert werden. Um die Aufnahmedauer zu erhöhen, kann bei den meisten Geräten die Bitrate verringert werden. Die niedrigste Abtaststufe ist allerdings nur bedingt zu empfehlen, da die Qualität leidet und die Aufnahmen VHS-Niveau erreichen.

Plus, Minus oder DVD-RAM?
Es gibt drei verschiedene Aufnahmenformate bei DVD-Rekordern: Das Plus-Format mit einmal (DVD+R) und mehrmals beschreibbaren (DVD+RW) Rohlingen. Dessen Pendant ist das Minus-Format mit ebenfalls einmal (DVD-R) und mehrfach beschreibbaren (DVD-RW) Scheiben. Ob Plus oder Minus ist letztlich Geschmackssache – mittlerweile beschreiben die meisten Rekorder beide Formate. Auch können rund 95 Prozent aller aktuellen Player sowohl Plus- als auch Minus-Rohlinge wiedergeben. Nur das dritte Format ist ein Exot: Bei der DVD-RAM-Technik wird die Disk wie eine Festplatte angesprochen, die auch die zeitversetzte Wiedergabe eines Films ermöglicht. Der Haken: Nur wenige DVD-Player spielen diese Disks ab.


Film- und Ton-Formate
DVD-Rekorder sollten auch Wiedergabe-Wunder sein. Neben herkömmliche Musik-CDs sollten sie die gebräuchlichen Video- und Soundformate VCD, SVCD und MP3 beherrschen. Es ist von Vorteil, wenn das Gerät Fotos im JPEG-Format anzeigen kann, die auf CDs oder DVDs gebrannt wurden. Filme im Platz sparenden DivX-Format (MPEG-4) sollten die Player auch wiedergeben können. Das ist nicht immer selbstverständlich. Hoch auflösende Super-Audio-CDs und DVD-Audio spielen ebenfalls nur wenige Geräte ab.


Wichtige Ein- und Ausgänge
Jeder DVD-Rekorder bietet in der Regel zwei Scart-Buchsen zum Anschluss von Geräten wie Fernsehern und digitalen Settop-Boxen. Um beste Bild- und Tonqualität zu garantieren, sollte wenigstens eine davon den RGB-Standard unterstützen. Filmaufnahmen von der Videokamera können mittels eines DV-Eingangs (auch Firewire oder IEEE 1394 genannt) auf die Festplatte kopiert werden. Soll das bearbeitete Filmmaterial wieder zurück zur Kamera überspielt werden, muss dieser Eingang auch als Ausgang fungieren können. Das ist aber nur teureren Geräten vorbehalten. Immer mehr Rekorder setzen zudem auf eine HDMI-Schnittstelle. Sie ist die Scartbuchse der Zukunft und überträgt Bild und Ton digital und somit völlig verlustfrei, zum Beispiel vom LCD-Fernseher zu einem DVD-Player. Für den perfekten Klang sorgen digitale Tonausgänge. Es gibt koaxiale und optische Ausgänge. Rekorder sollten im Idealfall beide haben.

Quelle
metallipar
Die DVD Recorder ohne (große) Festplatte kann man schon lange in die Tonne hauen.
2 Stunden Pro DVD incl. Werbung.... unglücklich