Roland
FUSSBALL NEWS
07. April 2006, 15:51
Hamburg (dpa) - Der Sieger im Duell um den deutschen WM-Torhüter Nummer eins heißt Jens Lehmann, der große Verlierer Oliver Kahn.

Bundestrainer Jürgen Klinsmann teilte dem unterlegenen Torwart unter vier Augen mit, dass nicht der 36-jährige Münchner, sondern sein gleichaltriger Herausforderer Lehmann bei der Weltmeisterschaft ab 9. Juni das Tor der DFB-Elf hüten werde. «Dies war die schwierigste Entscheidung meiner Amtszeit», erklärte Klinsmann. Nach Informationen der «Bild»-Zeitung hatte der Bundestrainer persönlich den Wahl-Engländer Lehmann über seine Beförderung informiert. Ursprünglich wollte Klinsmann erst im Mai bekannt geben, wer den Zuschlag erhält.
Der Bundestrainer begründete die vorgezogene Entscheidung, die nach einer Bestandsaufnahme mit seinen Co-Trainern Joachim Löw und Andreas Köpke fiel, mit dem Druck, der in den vergangenen Tagen entstanden war: «Nach dem Spiel gegen die USA haben wir die Entwicklung in den vergangenen 22 Monaten intensiv analysiert und nun eine Entscheidung getroffen.» Nur minimale Unterschiede hätten den Ausschlag gegeben, berichtete Torwart-Coach Andreas Köpke. «Beide Torhüter haben außergewöhnliche Fähigkeiten. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass Jens Lehmann besser zu unserer Spielphilosophie passt», begründete die sportliche Leitung das Plus für Lehmann 63 Tage vor Beginn der Weltmeisterschaft.
«Natürlich ist Oliver enttäuscht, aber er hat sich als wahrer Sportsmann präsentiert», berichtete Klinsmann vom Gespräch mit dem 84-maligen Nationalspieler Kahn. «Ich bin über diese Entscheidung sehr überrascht und maßlos enttäuscht», teilte der Münchner Torhüter lediglich kurz in einer Presseerklärung mit. Über seine Zukunft in der Nationalmannschaft werde er sich «zu gegebener Zeit« äußern. Kahns Arbeitgeber FC Bayern, der nach dem Patzer seines Torhüters im Bundesliga-Spiel gegen den 1. FC Köln (2:2) auf eine schnelle Entscheidung gedrängt hatte, sprach von einer falschen Entscheidung. «Trainer und Vorstand werden sie dennoch akzeptieren», übermittelte der Verein.
Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff mahnte auch bei allen anderen direkt und indirekt Beteiligten nun sofortige Ruhe an. «Die Torhüterfrage wurde in der Öffentlichkeit in den letzten Wochen stark diskutiert. Die Trainer haben sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Ich appelliere an alle, diese Entscheidung zu respektieren und dem Team und Jens Lehmann das nötige Vertrauen entgegenzubringen.»
Mit seiner Torhüter-Rotation hatte Klinsmann für einen nie da gewesenen Zweikampf um den Platz im deutschen WM-Tor gesorgt. Im August 2004 hatte er vor seinem ersten Länderspiel als Bundestrainer in Österreich Kahn als Kapitän abgesetzt und Michael Ballack zu dessen Nachfolger ernannt. Damals legte er auch die Rollen fest. «Es gibt eine ganz klare Grundkonstellation: Oliver Kahn ist die Nummer 1, Jens Lehmann die Nummer 2 und Timo Hildebrand im Moment die Nummer 3. Jens ist der Herausforderer, Oliver muss seinen Platz verteidigen.»
Die Entscheidung pro Lehmann, der bereits drei große Turniere als Nummer 2 erlebte, ist eng mit der Spiel-Ausrichtung von Klinsmann verbunden. Der Wahl-Engländer kann für sich den Vorteil beanspruchen, in den vergangenen Monaten auch beim FC Arsenal eine blutjunge Viererkette erfolgreich bis ins Champions-League-Halbfinale geführt zu haben. Im «sensibelsten Gebilde im Fußball» (Franz Beckenbauer) soll nun der 29-malige Nationalspieler auch mit der unerfahrenen deutschen Abwehr diese Rolle bei der WM übernehmen.
Laut Klinsmann habe die sportliche Leitung alle Erkenntnisse aus den vergangenen 20 Monaten seiner Amtszeit herangezogen. Den Ausschlag gab offensichtlich aber besonders die aktuelle Verfassung der beiden Kontrahenten. Kahn konnte zwar vor allem bei der WM 2002 beweisen, dass er als Motivator und Einheizer seinen Vorderleuten Sicherheit bringen kann. Nach drei großen Turnieren als Nummer eins hatte er zuletzt aber verstärkt mit Verletzungen zu kämpfen und zeigte sich nervlich anfällig.
Dennoch war Kahn bis zuletzt davon überzeugt, auch bei der Heim-WM wieder die Nummer 1 zu sein. Statistisch gesehen stand es nach 20 Monaten unter Klinsmann fast remis. Kahn erreichte in 1065 Minuten und 12 Spielen sieben Siege, drei Unentschieden und zwei Niederlagen. Lehmanns Bilanz nach 945 Minuten und 11 Spielen seit Sommer 2004 lautet: Sechs Siege, zwei Remis und drei Niederlagen. Der Münchner Kahn kassierte 18 Gegentore (alle 59 Minuten eins), Lehmann 14 (alle 67 Minuten).
Quelle
07. April 2006, 15:51
Hamburg (dpa) - Der Sieger im Duell um den deutschen WM-Torhüter Nummer eins heißt Jens Lehmann, der große Verlierer Oliver Kahn.

Bundestrainer Jürgen Klinsmann teilte dem unterlegenen Torwart unter vier Augen mit, dass nicht der 36-jährige Münchner, sondern sein gleichaltriger Herausforderer Lehmann bei der Weltmeisterschaft ab 9. Juni das Tor der DFB-Elf hüten werde. «Dies war die schwierigste Entscheidung meiner Amtszeit», erklärte Klinsmann. Nach Informationen der «Bild»-Zeitung hatte der Bundestrainer persönlich den Wahl-Engländer Lehmann über seine Beförderung informiert. Ursprünglich wollte Klinsmann erst im Mai bekannt geben, wer den Zuschlag erhält.
Der Bundestrainer begründete die vorgezogene Entscheidung, die nach einer Bestandsaufnahme mit seinen Co-Trainern Joachim Löw und Andreas Köpke fiel, mit dem Druck, der in den vergangenen Tagen entstanden war: «Nach dem Spiel gegen die USA haben wir die Entwicklung in den vergangenen 22 Monaten intensiv analysiert und nun eine Entscheidung getroffen.» Nur minimale Unterschiede hätten den Ausschlag gegeben, berichtete Torwart-Coach Andreas Köpke. «Beide Torhüter haben außergewöhnliche Fähigkeiten. Wir sind jedoch davon überzeugt, dass Jens Lehmann besser zu unserer Spielphilosophie passt», begründete die sportliche Leitung das Plus für Lehmann 63 Tage vor Beginn der Weltmeisterschaft.
«Natürlich ist Oliver enttäuscht, aber er hat sich als wahrer Sportsmann präsentiert», berichtete Klinsmann vom Gespräch mit dem 84-maligen Nationalspieler Kahn. «Ich bin über diese Entscheidung sehr überrascht und maßlos enttäuscht», teilte der Münchner Torhüter lediglich kurz in einer Presseerklärung mit. Über seine Zukunft in der Nationalmannschaft werde er sich «zu gegebener Zeit« äußern. Kahns Arbeitgeber FC Bayern, der nach dem Patzer seines Torhüters im Bundesliga-Spiel gegen den 1. FC Köln (2:2) auf eine schnelle Entscheidung gedrängt hatte, sprach von einer falschen Entscheidung. «Trainer und Vorstand werden sie dennoch akzeptieren», übermittelte der Verein.
Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff mahnte auch bei allen anderen direkt und indirekt Beteiligten nun sofortige Ruhe an. «Die Torhüterfrage wurde in der Öffentlichkeit in den letzten Wochen stark diskutiert. Die Trainer haben sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Ich appelliere an alle, diese Entscheidung zu respektieren und dem Team und Jens Lehmann das nötige Vertrauen entgegenzubringen.»
Mit seiner Torhüter-Rotation hatte Klinsmann für einen nie da gewesenen Zweikampf um den Platz im deutschen WM-Tor gesorgt. Im August 2004 hatte er vor seinem ersten Länderspiel als Bundestrainer in Österreich Kahn als Kapitän abgesetzt und Michael Ballack zu dessen Nachfolger ernannt. Damals legte er auch die Rollen fest. «Es gibt eine ganz klare Grundkonstellation: Oliver Kahn ist die Nummer 1, Jens Lehmann die Nummer 2 und Timo Hildebrand im Moment die Nummer 3. Jens ist der Herausforderer, Oliver muss seinen Platz verteidigen.»
Die Entscheidung pro Lehmann, der bereits drei große Turniere als Nummer 2 erlebte, ist eng mit der Spiel-Ausrichtung von Klinsmann verbunden. Der Wahl-Engländer kann für sich den Vorteil beanspruchen, in den vergangenen Monaten auch beim FC Arsenal eine blutjunge Viererkette erfolgreich bis ins Champions-League-Halbfinale geführt zu haben. Im «sensibelsten Gebilde im Fußball» (Franz Beckenbauer) soll nun der 29-malige Nationalspieler auch mit der unerfahrenen deutschen Abwehr diese Rolle bei der WM übernehmen.
Laut Klinsmann habe die sportliche Leitung alle Erkenntnisse aus den vergangenen 20 Monaten seiner Amtszeit herangezogen. Den Ausschlag gab offensichtlich aber besonders die aktuelle Verfassung der beiden Kontrahenten. Kahn konnte zwar vor allem bei der WM 2002 beweisen, dass er als Motivator und Einheizer seinen Vorderleuten Sicherheit bringen kann. Nach drei großen Turnieren als Nummer eins hatte er zuletzt aber verstärkt mit Verletzungen zu kämpfen und zeigte sich nervlich anfällig.
Dennoch war Kahn bis zuletzt davon überzeugt, auch bei der Heim-WM wieder die Nummer 1 zu sein. Statistisch gesehen stand es nach 20 Monaten unter Klinsmann fast remis. Kahn erreichte in 1065 Minuten und 12 Spielen sieben Siege, drei Unentschieden und zwei Niederlagen. Lehmanns Bilanz nach 945 Minuten und 11 Spielen seit Sommer 2004 lautet: Sechs Siege, zwei Remis und drei Niederlagen. Der Münchner Kahn kassierte 18 Gegentore (alle 59 Minuten eins), Lehmann 14 (alle 67 Minuten).
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Ich denke er wird die WM dann wohl auch komplett sausen lassen oder kann es sich jemand vorstellen, dass der auf der Bank sitzt? ICH nicht.
seit dem von ihm verlorenen Endspiel 2002 fällt er regelmäßig mit Patzern auf. Und da macht Lehmann definitv weniger Fehler. Kahn leidet meiner Meinung nach ohnehin an Selbstüberschätzung.