Vollständige Version anzeigen: Gefahr durch Suchmaschinen

Roland
Sicherheitsexperten haben die "gefährlichsten Suchbegriffe" ermittelt. Am riskantesten ist die Suche nach Webseiten, die "free screensavers" (kostenlose Bildschirmschoner) anbieten. Knapp zwei Drittel aller Webseiten, die bunte Bildschirmverhübscher zum Download anbieten, sollen nach Angaben der Sicherheitsfirma SiteAdvisior den PC des Surfers mit Spyware verseuchen.

Klingeltöne als Lockmittel
Knapp 1400 Suchbegriffe überprüften die Forscher mittels der großen Suchmaschinen. Dabei stießen sie auf eine große Anzahl von Webseiten innerhalb der Suchergebnisse, die versuchen, Spyware auf den Rechnern der Surfer zu installieren. Besonders hoch ist das Risiko auf mit Spionagesoftware verseuchten Webseiten zu landen neben der Suche nach Bildschirmschonern vor allem bei Anfragen nach Tauschbörsen-Software, Instant Messenging-Programmen und kostenlosen Klingeltönen für das Handy.

Spione lauern millionenfach im Netz

Bereits Anfang des Jahres wurden über 20 Millionen Internet-Adressen, die Dateien zum Download anbieten, von Wissenschaftlern der Universität Washington in Seattle auf Spionageprogramme überprüft. Und über eine Million untersuchter Programme ist mit Spyware durchsetzt. Die gefährlichsten Ecken des Internets sind den Ergebnissen der Studie nach Webseiten, die Raubkopien oder Prominente zu ihrem Hauptthema gemacht haben, ähnlich problematisch sind Download-Seiten für Bildschirmschoner.

Spyware en passant
Außerdem versucht eine aus 62 der untersuchten Web-Seiten einen so genannten "Drive-by"-Download, also eine heimliche Installation von fragwürdigen Programmen über Sicherheitslücken im Browser. Während sich die meisten der bei Software-Downloads gefundenen Beigaben als vergleichsweise harmlose Adware-Programme erwiesen, waren immerhin etwa 14 Prozent Spyware der gefährlicheren Art. Darunter fallen vornehmlich so genannte Keylogger, die alle Tastatureingaben aufzeichnen, und so extrem sensible Daten wie Online-Banking-Zugänge oder Kreditkartennummern ausspähen.

Rekordjahr für Spyware-Übeltäter

"Das vergangene Jahr war ein Rekordjahr für Spyware-Kriminelle”, kommentiert David Moll, Geschäftsführer des Sicherheitsunternehmens Webroot. Anwender rund um den Globus sahen sich mit den bisher höchsten Spyware-Infektionsraten konfrontiert. Besorgniserregend ist vor allem die wachsende Zahl von bösartigen Spyware-Typen wie Trojanern und System-Monitoren. Zwischen dem zweiten und vierten Quartal wurden vierteljährlich jeweils 50 Prozent mehr System-Monitore – etwa Keylogger – entdeckt.
Spyware bringt Geld
Schwachstellen in Sony- und Microsoft-Programmen brachten das zerstörerische Potenzial von Spyware-Angriffen ins Rampenlicht. Die Entscheidung von Sony, Rootkits in seiner Digital Rights Management (DRM)-Software zu verwenden, brachte nicht nur Kritiker auf den Plan, sondern auch Hacker und Spyware-Verbreiter, die versuchten, diese Rootkit-Funktion für kriminelle Zwecke auszunutzen. Microsoft sah sich ebenfalls Kritik ausgesetzt, als die WMF-Sicherheitslücke bekannt wurde, durch die Hacker die Kontrolle über einen PC erlangen konnten. "Spyware-Verbreiter bedienen sich immer fortschrittlicherer Technologien. Und so lange sie mit ihren Programmen Geld machen können, so lange wird es Spyware geben", prognostiziert Moll düster

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