Vollständige Version anzeigen: DVD-Player zerstört sich selbst

Roland
Die DVD-Player der Zukunft machen Filmpiraten das Leben schwer: Das Abspielen von Raubkopien führt zu einer "Selbstzerstörung" des Geräts.

Der Formatkrieg rund um den DVD-Nachfolger ist voll entbrannt. Wer letztendlich das Rennen im Streit um HD DVD und Blu-Ray machen wird, hängt großteils von der Unterstützung Hollywoods ab. Und die Filmstudios wollen ihre Produktionen bestmöglich vor Raubkopierern geschützt wissen – daher tobt hinter den Kulissen ein Wettlauf um den besseren Kopierschutz zwischen HD DVD und Blu Ray. Sony hat nun eine Technologie präsentiert, die Blu Ray-Player gleich mit zwei unterschiedlichen "Selbstzerstörungs"-Funktionen ausstattet, die zuschlagen, sobald das Gerät eine Raubkopie abspielt.

Kopierschutz sorgt für schwarzen Bildschirm

Sonys Blu Ray-Format wird insgesamt durch drei verschiedene Kopierschutzverfahren vor Raubkopierern geschützt. Neben einem unsichtbaren, digitalen Wasserzeichen direkt auf der Blu Ray-Disk, das massenhaftes Nachpressen verhindern soll, kommt ein neuartiges Verschlüsselungs-Verfahren (AACS) zum Einsatz. Zudem setzt Sony auf ein zusätzliches Wächter-Programm namens "BD+", das den Datenstrom dauerhaft überwacht. Beide Verfahren sind in der Lage, manipulierte Geräte zu sperren und können sich sogar anpassen, um neuste Hacker-Techniken auszuhebeln.
Nachgemachte Schlüssel greifen nicht
Der Kopierschutz AACS setzt auf eine extrem starke Verschlüsselung der Inhalte auf einer Blu Ray-Disk. Damit die Player die Filme wiedergeben können, nutzen sie einen so genannten "Device Key", der bei der Produktion in jedes Gerät eingepflanzt wird. Gemeinsam mit einem auf dem Datenträger gespeicherten "Media Key Block" können die Geräte den eigentlichen Freischaltcode berechnen. Geht es nach dem Willen von Sony, sperrt AACS das Gerät, sobald der Kopierschutz eine Manipulation an einem der beiden Teil-Schlüssel feststellt.

Freischaltung beim Hersteller

Raubkopierer, die versuchen, den entschlüsselten Datenstrom zu manipulieren, um die Filme zu kopieren, stoßen auf die nächste Hürde: Das Wächterprogramm "BD+". Das Programm überwacht stetig den Datenstrom und bricht die Wiedergabe ab, sobald dieser umgeleitet oder anderweitig verändert wird. Auch BD+ verfügt über Möglichkeiten, einen "gehackten" Player zu sperren, so dass erst eine erneute Freischaltung des Players beim Hersteller erfolgen muss.
Update für Schutzverfahren
Beide Kopierschutzmechanismen sind erneuerbar. Sollte es also findigen Hackern trotz aller Sicherheitsmaßnahmen dennoch gelingen AACS oder BD+ zu knacken, können die Rechteinhaber die Überwachungsprogramme einfach ändern. Dies wäre zum einen via Internetanbindung des Geräts möglich - wahrscheinlicher jedoch ist, das Updates für die Schutzprogramme auf den Datenträgern selbst hinterlegt und unbemerkt vom Kunden im Player installiert werden. Entwickelte Knackverfahren wären dann sofort nutzlos.

Quelle