Roland
Längst nicht mehr so von Adrenalin getränkt wie noch unmittelbar nach Michael Schumachers Falschpark-Aktion in der Rascasse-Kurve fielen die Kommentare von Kollegen und Gegnern nach der Aufholjagd des Ferrari-Piloten vom letzten Startplatz aus auf Rang fünf beim Großen Preis von Monaco aus. Welche Schande, welche Schuld Schumi überhaupt tragen soll, bleibt reine Ansichtssache. Doch auch, wenn die Formel 1 im Zwei-Wochen-Rhythmus schnell vergisst - ganz ohne Nachwirkungen bleibt die Strafversetzung sicher nicht. Längst geht es nicht mehr um die Ehre, es ist mehr
Zweifel an Schumi
Sollte sich Schumacher wirklich noch nicht sicher sein, ob er die Karriere noch über das Jahresende weiter fortsetzen soll, dann wirken sich Urteil und Vorwürfe wohl kaum motivationsfördernd aus. Schumi, zum Abschuss freigegeben. Er hat in Monte Carlo heftig zu spüren bekommen, dass er offenbar nicht mehr seine ursprüngliche Strahlkraft, die Rückendeckung und den Respekt in der Branche besitzt. Nicht: Im Zweifel für den Angeklagten, sondern Zweifel an Schumi. Obwohl inzwischen nicht mal mehr Fia-Boss Max Mosley an die reine Absicht glaubt.
"Aufgeben gibt’s bei mir nicht"
Hat er, wie so gern von Niki Lauda geunkt, den richtigen Zeitpunkt zum Rücktritt verpasst? Kann er nach der Demütigung von Monte Carlo überhaupt noch an eine sportliche Wiedergutmachung denken? Kann er auf Dauer nicht bloß noch verlieren? Er gibt sich kämpferisch, aber wie es tief drinnen aussieht – wer weiß das schon. Die Wut in Schumis Bauch, die Trotzreaktion auf die Ferrari als einzig möglichen Ausweg setzen muss, sie hat fürs Erste gegriffen. Geschockt war er, getroffen, aber nicht geschlagen: "Wer mich kennt, der wird verstanden haben: Aufgeben gibt’s bei mir nicht."
Beste Leistung mit dem Rücken zur Wand
Ein Mann stellt sich quer, diesmal ganz regelgerecht und frei nach einem alten Sprichwort: Ist der Ruf erst ruiniert, fährt sich’s völlig ungeniert. Fast fährt der siebenfache Weltmeister befreit auf, zu verlieren hat er wirklich nichts mehr. In Monte Carlo funktionierte der Ferrari so gut wie nie, was die Aufholjagd noch mal beschleunigte. Und die typische Reaktion von Schumacher ist ohnehin die, in schwierigen Situationen große Leistungen bringen zu können.
Ferrari-Familie rückt zusammen
In der Ferrari-Führungsetage gilt inzwischen sogar der Umkehrschluss. Chef-Stratege Ross Brawn sieht als eine der größten Stärken der Schumeria die sportliche Sturheit an: "Es waren schwierige Umstände in Monte Carlo, und in solchen Momenten werden wir bei Ferrari immer stärker. Wir rücken enger zusammen und geben dann alles, was wir haben. Nach diesem Wochenende sind wir noch entschlossener, Erfolg zu haben." Auch Jean Todt setzt darauf, dass man bei Ferrari immer genau wisse, wo man wirklich stehe. Deshalb könne nichts Michael Schumacher und das Team aus der Bahn werfen.
Versöhnlicher Abschluss
Die Schlussphase des siebten Saisonlaufs bestätigt das. Kurz vor Schluss gelang Schumacher bei der Jagd auf seinen Ex-Nebensitzer Rubens Barrichello sogar noch die schnellste Rennrunde. Zum Sprung aufs Podium fehlte ihm am Ende nur die Winzigkeit von 3,4 Sekunden. Die Wiedergutmachung waren jene 17 Plätze, die er im Rennen gut machen konnte. Ein versöhnlicher Abschluss, aber versöhnt ist der Mann noch lange nicht. Es ist ein Anfang, noch nicht das Ende.
Quelle
Zweifel an Schumi
Sollte sich Schumacher wirklich noch nicht sicher sein, ob er die Karriere noch über das Jahresende weiter fortsetzen soll, dann wirken sich Urteil und Vorwürfe wohl kaum motivationsfördernd aus. Schumi, zum Abschuss freigegeben. Er hat in Monte Carlo heftig zu spüren bekommen, dass er offenbar nicht mehr seine ursprüngliche Strahlkraft, die Rückendeckung und den Respekt in der Branche besitzt. Nicht: Im Zweifel für den Angeklagten, sondern Zweifel an Schumi. Obwohl inzwischen nicht mal mehr Fia-Boss Max Mosley an die reine Absicht glaubt.
"Aufgeben gibt’s bei mir nicht"
Hat er, wie so gern von Niki Lauda geunkt, den richtigen Zeitpunkt zum Rücktritt verpasst? Kann er nach der Demütigung von Monte Carlo überhaupt noch an eine sportliche Wiedergutmachung denken? Kann er auf Dauer nicht bloß noch verlieren? Er gibt sich kämpferisch, aber wie es tief drinnen aussieht – wer weiß das schon. Die Wut in Schumis Bauch, die Trotzreaktion auf die Ferrari als einzig möglichen Ausweg setzen muss, sie hat fürs Erste gegriffen. Geschockt war er, getroffen, aber nicht geschlagen: "Wer mich kennt, der wird verstanden haben: Aufgeben gibt’s bei mir nicht."
Beste Leistung mit dem Rücken zur Wand
Ein Mann stellt sich quer, diesmal ganz regelgerecht und frei nach einem alten Sprichwort: Ist der Ruf erst ruiniert, fährt sich’s völlig ungeniert. Fast fährt der siebenfache Weltmeister befreit auf, zu verlieren hat er wirklich nichts mehr. In Monte Carlo funktionierte der Ferrari so gut wie nie, was die Aufholjagd noch mal beschleunigte. Und die typische Reaktion von Schumacher ist ohnehin die, in schwierigen Situationen große Leistungen bringen zu können.
Ferrari-Familie rückt zusammen
In der Ferrari-Führungsetage gilt inzwischen sogar der Umkehrschluss. Chef-Stratege Ross Brawn sieht als eine der größten Stärken der Schumeria die sportliche Sturheit an: "Es waren schwierige Umstände in Monte Carlo, und in solchen Momenten werden wir bei Ferrari immer stärker. Wir rücken enger zusammen und geben dann alles, was wir haben. Nach diesem Wochenende sind wir noch entschlossener, Erfolg zu haben." Auch Jean Todt setzt darauf, dass man bei Ferrari immer genau wisse, wo man wirklich stehe. Deshalb könne nichts Michael Schumacher und das Team aus der Bahn werfen.
Versöhnlicher Abschluss
Die Schlussphase des siebten Saisonlaufs bestätigt das. Kurz vor Schluss gelang Schumacher bei der Jagd auf seinen Ex-Nebensitzer Rubens Barrichello sogar noch die schnellste Rennrunde. Zum Sprung aufs Podium fehlte ihm am Ende nur die Winzigkeit von 3,4 Sekunden. Die Wiedergutmachung waren jene 17 Plätze, die er im Rennen gut machen konnte. Ein versöhnlicher Abschluss, aber versöhnt ist der Mann noch lange nicht. Es ist ein Anfang, noch nicht das Ende.
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