Vollständige Version anzeigen: was kann man mit der Abwehr machen?

wingding
da es ja doch mal die eine oder andere Unsicherheit in der Abwehr gab, hier mal ein kleiner Diskussions-Thread:

Ich würde so spielen lassen:

Lehman

Lahm - Mertesacker - Nowotny - Metzelder


Andere Meinungen?
EMUGurke
Das Problem hat sich Klinsmann selbst geschaffen, da er nur einen rechten Vertediger mitgenommen hat. Und der hat beide Tore im Eröffnungsspiel verbockt. Zudem hat Friedrich bei Hertha wirklich nun keine Riesen-Saison gespielt.
Nun hat er das Problem auf der rechten Abwehrseite keine Alternativen zu haben. Meiner Meinung war der Friedrich komplett daneben: 2 Tore verursacht, nach vorne bemüht aber sehr fahrig und glücklos.
Und wir haben immer gedacht die linke Seite ist die Achillesferse....dabei war der Philip Lahm wohl mit der beste Mann auf dem Platz.
Die Leute dich noch in Frage kommen, sind meiner Meinung nach offensiv zu schwach um auf der rechten Bahn was zu bewirken, aber villeicht immer noch besser offensiv schwach (da haben wir ja glücklicheise ein paar passable Jungs davor) als hinten die dicken Böcke abzuschießen.
Bin mal gespannt wie das wird, ich glaub aber eher Klinsi läßt den Friedrich drin.
sevenofwine
Ich hätte - trotz seiner Formschwäche - den Andreas Hinkel zur WM mitgenommen, denn der hat ähnlich wie Lahm gute Offensivqualitäten smile
Roland
Verteidiger Arne Friedrich gilt als Verlierer des WM-Auftakts gegen Costa Rica. Dabei hat der Hertha-Profi gar keinen Fehler gemacht.

Es gibt viele ungeschriebene Gesetze im Fußball, eins davon ist, dass Profifußballer nicht mit Kritik umgehen können. Sie ziehen sich zurück und schweigen, wenn es draußen ungemütlich wird, für diese Strategie wurde ein Begriff aus der Politik übernommen: Aussitzen. Auch Arne Friedrich könnte sich so verhalten, für ihn war es zuletzt sehr ungemütlich geworden. Doch Friedrich, 27, will reden.

Arne Friedrich bleibt gelassen

Keine schöne Situation
"Ich bin zum ersten Mal in einer solchen Situation, so massiv kritisiert zu werden, in dieser Art und Weise ist das Neuland für mich", sagt er im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Friedrich sitzt in einem der weiten grauen Flure des Berliner ICC, rotes Shirt, schwarze Hose. Der Rücken ist durchgedrückt, er schaut ernst, aber nicht wehleidig. "Ich kann mir wirklich Schöneres vorstellen als die Situation im Moment."

Sündenbock des Auftakts
Zwei Tage sind vergangen, seit es ungemütlich wurde für den Rechtsverteidiger der DFB-Elf. Er hatte nicht sonderlich gut ausgesehen bei den beiden Gegentoren in der WM-Eröffnung gegen Costa Rica (4:2), beim ersten hob er die Abseitsfalle auf, das zweite war wohl irregulär. Aber wie das mit Diskussionen ist, die sich verselbständigen, spielte das auch keine Rolle mehr. Friedrich war zum Sündenbock geworden, nur für Michael Ballacks Wadenverletzung wurde er noch nicht verantwortlich gemacht.

Eigentlich richtig gestanden
Man muss es Friedrich hoch anrechnen, dass er ruhig geblieben ist und seinen Fehler einräumt. Obwohl er beim 1:1 durch Paulo Wanchope eigentlich sogar richtig gestanden hatte. Denn Bundestrainer Jürgen Klinsmann verlangt von seiner Abwehr, auf der ballabgewandten Seite tiefer zu stehen, nicht auf einer Linie. "Das stimmt. Trotzdem nehme ich das Tor auf meine Kappe, weil die anderen drei entschieden haben, auf Abseits zu spielen, und ich habe den Moment verpasst. Trainiert wurde aber, dass wir, wenn der ballführende Spieler des Gegners auf uns zuläuft, zurückweichen." Was der Berliner nicht sagt: Eigentlich soll gar nicht auf Abseits gespielt werden.

"Abstimmungsschwierigkeiten"
Überhaupt macht sich Friedrich auch in den bisher schwersten Wochen seiner Nationalmannschaftskarriere das Klinsmannsche Postulat des Teamgeistes zu eigen. Zwar räumt er "Abstimmungsschwierigkeiten" ein - aber dass Wanchope jeweils an Innenverteidiger Christoph Metzelder vorbei durchgebrochen war, kommt ihm nicht über die Lippen. "Wir sind eine Einheit, das kann ich mit Sicherheit sagen. Egal, ob jemand gut oder schlecht spielt, wir helfen uns gegenseitig. Das ist kein Gerede, das ist Fakt."

Arbeiter auf dem Platz
Friedrich ist kein Ballack, dessen Wade wochenlang die Nation in Atem hält. Er ist auch kein Bastian Schweinsteiger oder Lukas Podolski, deren Unbekümmertheit geht ihm ab. Der Hertha-Kapitän wirkt auf dem Platz immer wie ein Arbeiter, aber er kann einen Gegenspieler aussteigen lassen oder zur Grundlinie durchsprinten und flanken. An guten Tagen ist Friedrich sehr wichtig für das DFB-Team, weil er schneller sein kann als die meisten Stürmer dieses Turniers und torgefährlich wie ein Mittelfeldspieler. Nur leider hat er das alles zuletzt nicht mehr oft gemacht, weshalb die Kritik an ihm seit dem Trainingslager in Genf nie richtig abgerissen ist. "Das habe ich nicht ganz verstanden. Denn das lief insgesamt gut für mich. So war auch das Feedback der Trainer", sagt er.

Der Perfektionist
Vor einem Jahr, als die DFB-Mannschaft sich beim Konföderationen-Pokal auf diese WM einstimmte, war noch ein anderer Friedrich zu sehen gewesen, das Turnier lief hervorragend für ihn. Was ist passiert? "Wir haben vor beiden Turnieren sehr gut gearbeitet, ich bin genauso fit wie damals. Deshalb ärgert es mich ja auch so, dass es im letzten Spiel nicht so gut geklappt hat", erklärt der Verteidiger. Er sei jemand, der immer "alles richtig machen" wolle: "Ich weiß, dass solche Fehler nicht passieren dürfen und dass ich anders spielen kann."

Gegen Polen wird es leichter
Gegen Polen in Dortmund am kommenden Mittwoch, und das ist die gute Nachricht zwischen all den schlechten, kann er gleich damit anfangen. Der Gegner, der sein erstes Gruppenspiel gegen Ecuador 0:2 verloren hat, müsse laut Friedrich "offensiv spielen, das bedeutet, dass für uns Räume da sein werden. Das ist für uns alle ein Vorteil". Vor allem für den Außenverteidiger, denn dieser Platz fehlte gegen die dicht gestaffelten Costa Ricaner. "Ich erwarte, dass wir das Spiel gewinnen", sagt Friedrich, "wir können schon einen riesigen Schritt Richtung Achtelfinale machen." Und er selbst einen aus den negativen Schlagzeilen heraus. "Da muss ich jetzt durch. Ich habe schon oft gezeigt, warum ich in der Nationalmannschaft spiele, und da werde ich auch wieder hinkommen", sagt Friedrich.

Huth macht Mut
Ein Beispiel aus der Vergangenheit könnte ihm dabei Mut machen. Denn Friedrichs Situation erinnert sehr an die des Verteidigers Robert Huth im vergangenen Jahr. Der wurde vor dem Konföderationen-Cup und auch nach Turnierstart medial förmlich zerrissen. "Und auch er hat auf die Menschen gehört, die ihm nahe stehen und danach ein sehr gutes Turnier gespielt. Er ist sogar Publikumsliebling geworden" sagt Friedrich, der seit Genf keine Zeitungen mehr liest und dies auch nach einer positiven Wendung nicht tun wird. Lieber spricht er mit seiner Familie. "Ich weiß doch, wie es läuft, ich habe mit 27 auch schon einiges durchgemacht. Hier gibt es kein Grau, nur Schwarz und Weiß."

Absicherung kann nicht schaden
Friedrich wird alles daransetzen, wieder auf die weiße Seite zu kommen, und schon im ICC fängt er damit an. Das Gespräch ist beendet, er verabschiedet sich höflich, er wirkt entschlossen. Eine Bitte hat er aber noch. Er würde gern seine Antworten noch einmal vorgelegt bekommen. Es ist einfach zuviel passiert in den vergangenen Tagen. Absicherung kann da nicht schaden. Arne Friedrich weiß das besser als viele andere.

Quelle
Sensor
und den besten Abwehrspieler Wörns hat Klinsi überhaupt nicht mitgenommen
EMUGurke
Zitat:
Original von Sensor
und den besten Abwehrspieler Wörns hat Klinsi überhaupt nicht mitgenommen


Das ist wohl wahr, aber allein an Klinsi lag es sicher nicht... unglücklich
Hankx
Personalien sind nicht so entscheidend.
Jetzt muss das Spiel-System stimmen.
So albern ist die Aussage "vorne mehr schießen, als hinten kassieren" garnicht.
Eine Vierer-Abwehrkette, welche blind auf Abseits spielen kann, beherschen wir einfach noch nicht.

- Dreier-Kette hinten, Nowotny vorziehen
- Ab dem Mittelfeld Angreifer doppeln und konsequent pressen
- Vorne "Alarm" verbreiten

Rechts Asamoah, links Schweinsteiger, in der Mitte Ballack und vorne Klose/Podolski. Was willst du mehr? smile