Vollständige Version anzeigen: Wurm tarnt sich als Microsoft-Tool

Roland
Ein gefährlicher Wurm treibt ein böses Spiel mit seinen Opfern: Der Schädling tarnt sich als Microsofts Programm zur Echtheitsüberprüfung von Windows.

Computerwurm statt Microsoft-Programm

Das Sicherheitsunternehmen Sophos warnt vor einem neuen Computer-Wurm, der vorgibt, von Microsoft zu stammen und unlizenzierte Windows-Kopien ausfindig zu machen. Der Schädling gibt sich als Benachrichtigungs-Tool für die Windows-Echtheitsüberprüfung (WGA) aus. Der Wurm-Autor möchte damit scheinbar Microsoft einen Seitenhieb auf Kosten unbedarfter Nutzer versetzen: Kritiker sehen in dem WGA-Tool Spyware, da das Programm Informationen über Hard- und Software sammelt und diese an Microsoft meldet.

Angebot ignorieren
Der "Cuebot" getaufte Schädling verbreitet sich über Instant Messaging-Programme. Dabei verschickt sich der Wurm selbsttätig an alle Mitglieder in der Kontakt-Liste der Chat-Software. Nutzer erhalten lediglich das Angebot eine Datei namens "wgavn.exe" anzunehmen – allerdings scheint das angebotene Programm von einem Bekannten zu stammen. Eine Chat-Nachricht ist mit dem Download-Angebot nicht verbunden. Chater, die ein derartiges Angebot erhalten, sollten dieses ignorieren, raten die Sicherheitsexperten von Sophos.

PC wird willenlose Arbeitsdrohne

Anwender, die vertrauensselig genug sind, die angebotene Datei anzunehmen und auszuführen, gliedern ihren PC in ein so genanntes Botnet ein. Ein Botnet ist eine ganze Armee ferngesteuerter Zombie-PC – die Basis für viele Betätigungsfelder von Online-Kriminellen. Zudem schaltet der Wurm alle Programme ab, die Windows beim Systemstart lädt – dazu gehören auch Anti-Viren- und Anti-Spyware-Programme. Und auch die Windows-Firewall gehört zu den Opfern des Wurms. Zu guter Letzt macht der Schädling Meldung bei einem Server über seine erfolgreiche Installation und wartet von nun an auf Anweisungen seines kriminellen Herrn.
Informationen liegen offen
Infizierte PC sind enorm anfällig gegen weitere "unerwünschte Gäste": Sämtliche Einfallstore für Viren, Würmer und Trojaner sind weit geöffnet. Innerhalb kürzester Zeit könnte ein mit "Cuebot" verseuchter Rechner zur Virenschleuder werden. Außerdem haben die Hintermänner des "Cuebot"-Wurm freien Zugang auf den Computer: Sensible Informationen wie Online-Banking-Zugangsdaten, Kreditkarten-Nummern, weitere Passwörter sowie auf dem PC gespeicherte Dateien fallen den Gangstern in die Hände.

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