Roland
Wladimir Klitschko hat seinen WM-Titel verteidigt und den Madison Square Garden erobert. Doch ganz zufrieden ist der Champion nicht.

Verletzung weckt Klitschko auf
Von Jens Bistritschan, New York
Nach zwei Minuten und zehn Sekunden in der siebten Runde war alles vorbei. Mit einer krachenden Rechten schickte Wladimir Klitschko seinen Herausforderer Calvin Brock zu Boden. Der US-Amerikaner versuchte sich zwar noch einmal aufzurappeln. Doch der "Boxing Banker" stand zu unsicher auf den Beinen. Ringrichter Wayne Kelly machte deshalb das einzig Richtige und beendete den Kampf. Klitschko hatte seine im April gegen Chris Byrd gewonnen Titel nach Version der Verbände IBF und IBO erfolgreich verteidigt. 14.200 Zuschauer im nicht ganz ausverkauften Madison Square Garden in New York feierten den Ukrainer minutenlang für dessen 47. Sieg im 50. Profikampf.
"Ich hätte den Gegner früher besiegen sollen"
Dennoch waren weder der Sieger noch sein Trainer vollständig zufrieden. Zwar führte Klitschko nach sechs Runden bei den drei Kampfrichtern mit vier beziehungsweise drei Punkten. Doch zu lange versuchte er, nur mit seiner linken Führhand zum Erfolg zu kommen - eine Plan, der nicht aufgehen konnte. Laut der taktischen Vorgabe von Trainer Emanuel Steward sollte "Dr. Steelhammer" ab der vierten Runde seine Rechte mehr einsetzten. "Doch Wladimir hatte da noch nicht seinen Rhythmus gefunden", bemängelte der Coach. Und auch sein Schützling erkannte selbstkritisch: "Ich hätte den Gegner früher besiegen sollen."
Verletzung macht den Champion böse
So richtig drehte Klitschko dann ab der sechsten Runde auf. Der Champion blutete da aus einer Wunde über dem linken Auge, nachdem beide Boxer mit den Köpfen aneinander geraten waren. Klitschko unterstellte seinem Gegner keine Absicht. Aber die Verletzung hatte ihr Gutes. "Sie hat mich ein wenig böse gemacht", gestand Klitschko. Der Weltmeister suchte nun mehr und mehr die Entscheidung. Das Ende für Brock rückte unaufhaltsam näher.
Brock lobt den Sieger
"Ich habe nach dem linken Jab die Rechte nicht kommen sehen. Doch dann habe ich sie gespürt und bin zu Boden gegangen", beschrieb Brock die Sekunden vor dem Aus. Der Herausforderer erkannte die Leistung seines Kontrahenten ohne Ausflüchte an: "Wladimir hat nichts gemacht, was ich nicht erwartet hätte. Doch er hat es besser gemacht. Er ist zurecht der derzeit am meisten respektierte Champion."
"Ich wollte weitermachen"
Nicht ganz einsichtig war der Herausforder darüber, was das Ende des Duells anbelangte. "Ich wollte weitermachen", versicherte Brock. Nach dem Abbruch hatte er erst einmal für einige Minuten auf einem Stuhl in der neutralen Ecke Platz genommen. Bereitschaft zum Weitermachen sieht anders aus. Für Brock war es die erste Niederlage im 30. Profikampf. Zuversichtlich versprach er: "Eines Tages werde ich Schwergewichts-Weltmeister sein. Viele andere Boxer haben erst zwei oder drei Niederlagen einstecken müssen, bevor sie Champion wurden." Doch nun muss sich Brock erst einmal wieder hinten in der Reihe möglicher Herausforderer anstellen.
Briggs droht Klitschko erneut Prügel an
Neben zahlreichen Prominenten und Boxstars hatten sich auch zwei aktuelle Schwergewichts-Weltmeister im Madison Square Garden eingefunden - Oleg Maskajew (WBC) und Shannon Briggs (WBO). Letzterer nutze die Gelegenheit erneut, um sich selbst darzustellen. "Ich war nicht beeindruckt", kommentierte Briggs den Sieg Klitschkos. "Er ist ein Doktor. Er will einen Kampf haben, so sauber wie eine Operation. Das hat er bekommen." Für ein mögliches Duell drohte er ihm erneut fürchterliche Prügel an. "Ich werde ihm einen unsauberen Kampf aufzwingen, einen wahren Straßenkampf."
Unterschiedliche Meinungen über die Zukunft
Briggs galt lange Zeit als wahrscheinlicher Gegner von Klitschko für den Kampfabend in New York. Doch dann platzten die Verhandlungen. Deshalb pöbelte "The Cannon" auch während Pressekonfernez weiter. Klitschko ging auf die Provokation ein, behauptete seinerseits, Briggs sei Schuld am Nichtzustandekommen des Kampfes gewesen. Der wiederum forderte Klitschkos Trainer Emanuel Steward auf, "die Wahrheit zu sagen". Wie genau diese aussehen mag, davon haben beide Seiten wohl unterschiedliche Meinungen und werden sie auch in Zukunft haben.
Vereinigungskampf angestrebt
Wann, wo und gegen wen Klitschko seine Titel verteidigen wird, wird in den nächsten Tagen und Wochen verhandelt. "Ich will als nächstes einen Vereinigungskampf, egal ob mit Walujew, Briggs oder Maskajew", versicherte er erneut. "Ich fühle mich derzeit nicht als wahrer Champion. Nur der Boxer, der alle Titel auf sich vereinigen kann, wird letztendlich als solcher anerkannt."
Klitschko-Manager: nächster Kampf in Deutschland
Für Klitschko ist der Austragungsort zwar wichtig, doch einen wahren Champion zeichne aus, dass er überall auf der Welt kämpft. "Muhammad Ali war da ein gutes Beispiel." Gerne würde der Ukrainer wieder in New York kämpfen, angeblich gibt es schon Vereinbarungen mit den Betreibern des Madison Square Gardens über zwei weitere Kämpfe. Diese müssten aber nicht unbedingt die nun direkt folgenden sein. Klitschkos persönlicher Manager Bernd Bönte jedenfalls kündigte an, dass "Dr. Steelhammer" wenn möglich im Frühjahr in Deutschland das nächste Mal in den Ring steigen soll.
Quelle und mehr

Verletzung weckt Klitschko auf
Von Jens Bistritschan, New York
Nach zwei Minuten und zehn Sekunden in der siebten Runde war alles vorbei. Mit einer krachenden Rechten schickte Wladimir Klitschko seinen Herausforderer Calvin Brock zu Boden. Der US-Amerikaner versuchte sich zwar noch einmal aufzurappeln. Doch der "Boxing Banker" stand zu unsicher auf den Beinen. Ringrichter Wayne Kelly machte deshalb das einzig Richtige und beendete den Kampf. Klitschko hatte seine im April gegen Chris Byrd gewonnen Titel nach Version der Verbände IBF und IBO erfolgreich verteidigt. 14.200 Zuschauer im nicht ganz ausverkauften Madison Square Garden in New York feierten den Ukrainer minutenlang für dessen 47. Sieg im 50. Profikampf.
"Ich hätte den Gegner früher besiegen sollen"
Dennoch waren weder der Sieger noch sein Trainer vollständig zufrieden. Zwar führte Klitschko nach sechs Runden bei den drei Kampfrichtern mit vier beziehungsweise drei Punkten. Doch zu lange versuchte er, nur mit seiner linken Führhand zum Erfolg zu kommen - eine Plan, der nicht aufgehen konnte. Laut der taktischen Vorgabe von Trainer Emanuel Steward sollte "Dr. Steelhammer" ab der vierten Runde seine Rechte mehr einsetzten. "Doch Wladimir hatte da noch nicht seinen Rhythmus gefunden", bemängelte der Coach. Und auch sein Schützling erkannte selbstkritisch: "Ich hätte den Gegner früher besiegen sollen."
Verletzung macht den Champion böse
So richtig drehte Klitschko dann ab der sechsten Runde auf. Der Champion blutete da aus einer Wunde über dem linken Auge, nachdem beide Boxer mit den Köpfen aneinander geraten waren. Klitschko unterstellte seinem Gegner keine Absicht. Aber die Verletzung hatte ihr Gutes. "Sie hat mich ein wenig böse gemacht", gestand Klitschko. Der Weltmeister suchte nun mehr und mehr die Entscheidung. Das Ende für Brock rückte unaufhaltsam näher.
Brock lobt den Sieger
"Ich habe nach dem linken Jab die Rechte nicht kommen sehen. Doch dann habe ich sie gespürt und bin zu Boden gegangen", beschrieb Brock die Sekunden vor dem Aus. Der Herausforderer erkannte die Leistung seines Kontrahenten ohne Ausflüchte an: "Wladimir hat nichts gemacht, was ich nicht erwartet hätte. Doch er hat es besser gemacht. Er ist zurecht der derzeit am meisten respektierte Champion."
"Ich wollte weitermachen"
Nicht ganz einsichtig war der Herausforder darüber, was das Ende des Duells anbelangte. "Ich wollte weitermachen", versicherte Brock. Nach dem Abbruch hatte er erst einmal für einige Minuten auf einem Stuhl in der neutralen Ecke Platz genommen. Bereitschaft zum Weitermachen sieht anders aus. Für Brock war es die erste Niederlage im 30. Profikampf. Zuversichtlich versprach er: "Eines Tages werde ich Schwergewichts-Weltmeister sein. Viele andere Boxer haben erst zwei oder drei Niederlagen einstecken müssen, bevor sie Champion wurden." Doch nun muss sich Brock erst einmal wieder hinten in der Reihe möglicher Herausforderer anstellen.
Briggs droht Klitschko erneut Prügel an
Neben zahlreichen Prominenten und Boxstars hatten sich auch zwei aktuelle Schwergewichts-Weltmeister im Madison Square Garden eingefunden - Oleg Maskajew (WBC) und Shannon Briggs (WBO). Letzterer nutze die Gelegenheit erneut, um sich selbst darzustellen. "Ich war nicht beeindruckt", kommentierte Briggs den Sieg Klitschkos. "Er ist ein Doktor. Er will einen Kampf haben, so sauber wie eine Operation. Das hat er bekommen." Für ein mögliches Duell drohte er ihm erneut fürchterliche Prügel an. "Ich werde ihm einen unsauberen Kampf aufzwingen, einen wahren Straßenkampf."
Unterschiedliche Meinungen über die Zukunft
Briggs galt lange Zeit als wahrscheinlicher Gegner von Klitschko für den Kampfabend in New York. Doch dann platzten die Verhandlungen. Deshalb pöbelte "The Cannon" auch während Pressekonfernez weiter. Klitschko ging auf die Provokation ein, behauptete seinerseits, Briggs sei Schuld am Nichtzustandekommen des Kampfes gewesen. Der wiederum forderte Klitschkos Trainer Emanuel Steward auf, "die Wahrheit zu sagen". Wie genau diese aussehen mag, davon haben beide Seiten wohl unterschiedliche Meinungen und werden sie auch in Zukunft haben.
Vereinigungskampf angestrebt
Wann, wo und gegen wen Klitschko seine Titel verteidigen wird, wird in den nächsten Tagen und Wochen verhandelt. "Ich will als nächstes einen Vereinigungskampf, egal ob mit Walujew, Briggs oder Maskajew", versicherte er erneut. "Ich fühle mich derzeit nicht als wahrer Champion. Nur der Boxer, der alle Titel auf sich vereinigen kann, wird letztendlich als solcher anerkannt."
Klitschko-Manager: nächster Kampf in Deutschland
Für Klitschko ist der Austragungsort zwar wichtig, doch einen wahren Champion zeichne aus, dass er überall auf der Welt kämpft. "Muhammad Ali war da ein gutes Beispiel." Gerne würde der Ukrainer wieder in New York kämpfen, angeblich gibt es schon Vereinbarungen mit den Betreibern des Madison Square Gardens über zwei weitere Kämpfe. Diese müssten aber nicht unbedingt die nun direkt folgenden sein. Klitschkos persönlicher Manager Bernd Bönte jedenfalls kündigte an, dass "Dr. Steelhammer" wenn möglich im Frühjahr in Deutschland das nächste Mal in den Ring steigen soll.
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