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Projektion im Heimkino




Statistisch gesehen, dürften wohl die wenigsten Projektoren zum Vergnügen des Besitzers im Heimkino eingesetzt werden. Wesentlich häufiger ist eine "geschäftliche" Nutzung, wobei unter anderen folgende Fälle denkbar wären:

- Großveranstaltung: "Events", Fernsehshows
- Industrie: Visualisierung, CAD
- Simulatoren: Industrie, Militär, Vergnügungspark
- Präsentation: Vorträge, Messen
- Elektronisches Kino (groß im Kommen...)
- Und: Heimkino


Wie man sich leicht vorstellen kann, sind bei jeder Anwendung unterschiedliche Talente des Projektors gefragt. Während bei Großveranstaltungen jedes Lumen und vor allem die Zuverlässigkeit zählt, ist bei der Industrieanwendung wie CAD Auflösung ohne Ende gefragt. Präsentatoren schätzen die unkomplizierte und gute Darstellung von Computergrafiken, besonders glücklich sind sie, wenn das Gerät sehr handlich ist. Auch das Heimkino fordert bestimmte Eigenschaften des Projektors, die sich in einigen Punkten radikal von anderen Anwendungen unterscheiden.

Anforderungen an den Projektor im Heimkino.

Also denn: Was sollte der optimale Projektor im Heimkino können? Er sollte:

- ausreichend (!) hell sein
- genügend Auflösung für das vollständige Videosignal bieten – auch
bei -anamorphen Quellen
- bei "Schwarz" kein Licht zur Leinwand senden
- korrekt mit Graustufen umgehen (Gamma, Farbtemperatur)
- Farben im korrekten Ton und in der richtigen Sättigung darstellen
- keine sichtbare Rasterung erzeugen
- gut mit "Zeilensprung" umgehen können (Doubler)
- kein Betriebsgeräusch erzeugen.
- Alle Formate für Normal- und Breitbild unterstützen
- hochwertige Videoeingänge besitzen
- einfach in der Bedienung sein.



Eine lange Liste. Wie Sie sich vorstellen können, gibt es keinen einzigen Projektor, der alle Vorzüge vollständig in sich vereint. Aber man kann dem Ideal ziemlich nahe kommen. Dazu sollte man wissen, welche Verfahren zur Projektion von Videobildern es gibt, und wodurch sich die einzelnen Systeme auszeichnen.

Vor- und Nachteile der Projektionsverfahren im Heimkino:



Drei wesentliche Verfahren beherrschen die Szene: Röhren, LCD "transmissiv" und Mikrospiegel ("DLP"). Aber es gibt auch noch einige andere Verfahren wie: reflektives LCD (D-ILA, DRI, HDLV), ILA ("Lichtventil"), Laser und Ölfilm ("Eidophor"). Die letzteren sind entweder aufwändig und teuer, noch in Entwicklung, oder schon hoffnungslos veraltet, so dass sie für das Heimkino nicht von Interesse sind. Bleiben also die bekannten drei Abkürzungen; CRT, LCD und DLP. Sehen wir uns näher an, wie diese Verfahren arbeiten und wie sie sich im Heimkino einsetzen lassen. Jede dieser Projektionstechniken hat ihre eigenen Vor- und Nachteile.





Röhren bzw. "CRT" : "Cathode Ray Tube"





CRT-Projektoren benutzen drei Röhren, für jede Grundfarbe ein. Unter Röhren versteht man luftleer gepumpte Glaskolben, die auf der einen Seite mit einem System zur Erzeugung eines Elektronenstrahl versehen sind, während sich auf der anderen Seite eine Leuchtstoffschicht befindet. Diese "Phosphorschicht" wird durch auftreffende Elektronen zum Leuchten angeregt. Das Verfahren kennen Sie vom Röhrenfernseher, im Unterschied dazu benutzt ein Röhrenprojektor drei "monochrome" also einfarbige Röhren. Warum? Einfach um eine höhere Helligkeit zu erzielen! Wenn Sie den Schirm Ihres Fernsehers genauer unter die Lupe nehmen, werden Sie erkennen, dass die Bildröhre in winzige Segmente unterteilt ist, wobei je ein rotes, grünes und blaues benachbart sind. Damit der Elektronenstrahl diese Farbsegmente präzise treffen kann, muss hinter der Schirmfläche eine Lochmaske als "Zieleinrichtung" vorhanden sein. Die lässt allerdings nur rund 20% des möglichen Lichtes passieren! Bei monochromen Röhre (wie auch die alten schwarzweißen Röhren) braucht man keine Lochmaske, wodurch selbst eine kleinere Röhre viel mehr Licht entwickeln kann, als eine große Farbbildröhre – die Voraussetzung für die Projektion. Vor den Röhren sind drei große Objektive angesetzt. Das farbige Bild setzt sich beim Röhrenprojektor erst auf der Leinwand zusammen.

Vorteile Röhre:

- der größte Vorteil der Röhre ist, dass das Bild durch keinerlei
Rasterstruktur beeinträchtigt wird. Durch das Fehlen der Lochscheibe
können Röhren sehr hoch auflösen – theoretisch höher als
Computermonitore!
- analoges System, das der Natur unserer Videosignale sehr
nahekommt und dadurch sehr harmonische Bilder liefert. Die Farben
kommen den genormten Werten sehr nahe, damit wirken
Bilder "lebensecht".
- Traditionell sehr viele Einstellmöglichkeiten (Farbtemperatur,
Entzerrung), daher flexibel in vielen Situationen.
- Das beste Schwarz: Röhren haben kein Problem mit ungewolltem
Restlicht. Das fördert den Kinogenuss bei dunklen Szenen ungemein.
- Problemlos für anamorphe Projektion im 16:9 Format geeignet!


Nachteile Röhre:

- nur mittelmäßig lichtstark, was besonders augenfällig wird, wenn man
die Messung der "ANSI-Lumen" zurate zieht. Aber lassen Sie sich nicht
täuschen: Röhren besitzen eine hohe Lichtdynamik, die erst zutage tritt,
wenn kein vollflächiges Weiß gefordert wird. Da Filmbilder selten
volles Weiß benutzen, liefert ein guter Röhrenprojektor mehr Licht als
so mancher Projektor mit viel mehr ANSI-Lumen!
- Aufwändig: die drei Farbkanonen wollen justiert werden.
- Groß: drei Röhren plus Optiken sind schwer und teuer.
- Erst mit einem guten Videoprozessor entsteht ein optimales Bild in den
meisten Praxisfällen.



Aktuelle Entwicklung: Der Trend geht weg vom einfachen "Baseband"-
Projektoren (die nur simple Videoauflösung mit Halbbildstruktur
verarbeiten können) zu Geräten mit hoher und variabler Auflösung
("Multiscan"). Das ist es, was Röhren am besten beherrschen!






LCD ("Liquid Crystal Display")






Die LCD-Technik verwendet einen ganz anderen Ansatz. Schon vor langen Jahren hat man herausgefunden, dass bestimmte Materialien das Licht unterschiedlich beeinflussen, je nachdem welche elektrische Spannung anliegt, eine deutsche Erfindung übrigens. Bei geschickter Verwendung kann man damit eine Art Ventil für das Licht aufbauen, welches das Licht einer Lampe je nach elektrischer Ansteuerung mehr oder weniger passieren lässt. Die einfacheren Varianten dienen bei Taschenrechnern und Armbanduhren als Displays, spezielle TFT-Hochleistungsmodelle eignen sich aber auch zur Projektion bewegter Bilder. Man muß dazu nur eine große Menge an Lichtventilen ("Pixel") auf einem "Panel" neben und untereinander anordnen und diese geeignet ansteuern. Soweit wäre eine schwarzweiße Projektion möglich, Farbe kommt ins Spiel, wenn man zum Beispiel je drei nebeneinander liegende Pixel mit unterschiedlichen Farbfiltern versieht. Oder man verwendet drei einfarbige Lichtventile pro Gerät. Weil LCD-Lichtventile sehr klein sind, kann man das Licht bequem mit geeigneten halbdurchlässigen Spiegeln im Projektor teilen und vor der Linse wieder zusammenführen. Vorteil: Farbdeckungsprobleme fallen nur einmal bei der Herstellung an.

Vorteile LCD:

- praktisch in der Handhabung, keine Konvergenzeinstellung nötig – das
erledigt der Hersteller.
- Hell: durch Fortschritte bei Lampen, Panels und dem gesamten
optischen Lichtweg (MLA=Microlens Array) sind gleich teuere LCD-
Geräte der Röhre heute deutlich in der Lichtleistung überlegen.
- Teilweise extrem gute Ausleuchtung.



Nachteile LCD:

- gerasterte Anzeige, bei einfachen Geräten teilweise zu grob in der
Struktur,
- auch bei hochauflösenden Geräten ist eine Umrechnung der
Videoauflösung in die Panelauflösung nötig. Betreibt der Hersteller zu
wenig Aufwand, können an dieser Stelle eine Menge Artefakt
entstehen.
- Die Farben wirken häufig nicht echt, auch die Graustufen werden nicht
korrekt wiedergegeben. Grund: viele Geräte sind ausschließlich auf
hohe Lichtleistung optimiert.
- Ein Formatumschaltung ist in vielen Fällen nicht vorhanden, auch
Schrägprojektion kann ohne Lens Shift zum Problem werden. Die
Videoeingänge sind bei vielen "Datenprojektoren" qualitativ leider oft
schlecht, hochwertige Eingänge sind Mangelware.
- Restlicht bei Schwarz
- laute Lüftung: leuchtstarke Lampen wollen auch gekühlt werden. Der
erforderliche Luftstrom ist für teilweise erhebliche Luftströme
verantwortlich. Das Problem lässt sich jedoch lösen, wie einige
Hersteller zeigen, die sich entsprechende Mühe gegeben haben: zum
Beispiel Sony beim 10HT und Toshiba beim MT-1.
- Letztendlich erzeugen "viele Lumen" noch längst kein gutes Bild. Meist
ist es sogar erforderlich, dass man die maximale Lichtleistung
beschneidet, um andere Faktoren wie Restlicht und Farbtreue zu
optimieren.


Aktueller Trend: mehr Helligkeit durch "Mikrolinsen", die das maximale Licht durch jeden Bildpunkt schleusen. Kleinere Panelgrößen (jetzt 0,7-Zoll) führen zu kleinerer Geräten. Einige wenige Firmen (Sharp, Toshiba, Sony) bieten videooptimierte Modelle an.






DLP (Digital Light Processing):







DLP funktioniert auf Basis ähnlicher "Lichtmodulationstechnik" wie LCD, nur arbeitet das Lichtventil mit einer Vielzahl winziger drehbarer Spiegel, die auf einen Halbleiterchip ("DMD-Chip") sitzen. Abhängig von der Spiegelstellung kann ein winziger Punkt auf der Leinwand (ein "Pixel") entweder beleuchtet werden oder dunkel bleiben. DMD-Chips arbeiten schnell, so dass Graustufen erzeugbar sind, indem der Lichtpunkt schnell hintereinander kürzer oder länger beleuchtet wird. Das geht so schnell, dass das Auge nur einen Mittelwert als Graustufe aufnimmt. Farbige Bilder entstehen je nach Aufwand mit einen Chip unter Verwendung eines Farbrades, wobei die drei Farbauszüge nacheinander im schnellen Wechsel auf die Leinwand projeziert werden. Die Trägheit des Auges verschmilzt die Farbauszüge zu einem vielfarbigen Bild. Das Farbrad kann drei, manchmal auch vier Segmente besitzen. Erst die ganz aufwändigen 3-Chip Geräte, die hauptsächlich für Großveranstaltungen und neuerdings auch für elektronisches Kino eingesetzt werden, zeigen alle drei Farben gleichzeitig.

Vorteile DLP:

- ganz ähnlich LCD, 1-Chipgeräte lassen sich sehr klein konstruieren
- keine Konvergenz
- sehr hell
- großer Füllfaktor, daher keine sichtbaren Bildpunkte.



Nachteile DLP:

- festes Raster, daher Bildumrechnung unumgänglich
- Farbverarbeitung besser als LCD, jedoch derzeit noch wenig perfekt.
- Erste Generation hatte Probleme mit den unteren Graustufen
- Regenbogeneffekt bei 1-Chip durch sequentielle Projektion der
Farbauszüge.
- Restlicht durch ungewollte Reflexionen (Lichthof). Jedoch: deutlich
geringer als bei LCD. Der Restlichtpegel eines DLP-Projektors liegt
deutlich unterhalb von LCD, daher eine differenzierte Darstellung
dunkler Szenen möglich.
- Formatumschaltung derzeit noch eher selten, Chips im 16:9-Format
noch in Entwicklung.
Aktuelle Trends: höhere Auflösung, winzige Geräte, Videoelektronik
wird besser. Viel Potenzial, aber bescheidene Gegenwart.



In der Summe der Dinge gehört die Röhre – jedenfalls was das Heimkino betrifft – noch lange nicht zum alten Eisen. Einige Hersteller wie NEC oder Sony haben die Herstellung von Röhrenprojektoren stark eingeschränkt oder gar eingestellt, so dass sich just der Eindruck des "alten Eisens" einstellen will. Deren Entscheidung ist nur vor dem Hintergrund der industriellen Nutzung zu sehen. Dort werden Röhrenprojektoren aus vielen Anwendungsbereichen verdrängt, weil LCD und DLP langsam in der Auflösung gleichziehen, mehr Licht liefern und einfacher zu warten sind. Für Röhren bleiben nur noch Nischen wie Simulatoren und 3D-Projektion. Ganz anders zeigt sich die Situation bei Herstellern, die sich auf Heimkino spezialisiert haben: bei Barco, Seleco oder Runco werden sogar noch neue Röhrenprojektoren entwickelt und auf den Markt gebracht. Ganz einfach deswegen, weil keine der anderen Technologien so weit ist, dass sie den Röhrenprojektor bei "Filmprojektion" ersetzten kann.



Aufstellung des Projektors

Ist etwas anders als beim Fernseher, schließlich hat man es ja mit zwei Teilen zu tun: Projektor und Leinwand. Es gibt zwei potenziell unterschiedliche Varianten: Boden- und Deckenaufstellung. Jede davon hat ihre Vor und Nachteile.



Deckenaufhängung





Praktisch, da der Projektor quasi "aus dem Weg" ist, man kann auch fast nicht mehr "durch das Bild laufen". Besonders bei Röhren ist damit ein "Verrutschen" ausgeschlossen. Nachteile: nicht jeder mag ein Gerät an der Decke, es macht eine Menge Arbeit, geht nicht überall (Dachwohnung etc.) Außerdem kostet die Deckenhalterung oftmals extra, bei Röhren ist sie zuweilen im Preis enthalten, bei LCD oder DLP praktisch nie.



Bodenaufstellung

ist einfach z.B. für ein "Instant Heimkino", sonst aber mit einer Menge Unannehmlichkeiten verbunden: Projektor steht im Weg, Kabel müssen geschickt angebracht werden, Lärmbelästigung größer, warme Luft bläst ins Publikum. Schwierig bei Röhren (Gefahr der Verschiebung), außer es ist ein guter Platz vorhanden. "Unter dem Tisch" kann eine Alternative sein – in seltenen Fällen. Bei Röhren selten ein guter Platz. Sie müßten den Ort exakt wiederfinden, das gibt es in der Praxis nicht – vergessen Sie’s.



Aufstellung und Justierung bei LCD und DLP

Folgt dem Motto "AEG": auspacken, einschalten, geht. Probleme liegen im Detail: Viele Geräte sind auf eine bestimmte Höhe der Einstellung fixiert, meist nahe der Leinwandkante oben oder unten. Schräge Projektion erzeugt Trapezverzerrung, die nur selten ausgleichbar ist. Bis zu einem gewissen Maß (rund 5 Grad) noch duldbar, dann wird’s ungemütlich. Wenige teuere Projektoren haben einen Lens Shift, der dieses Problem ausgleicht. Dann gibt es noch eine Handvoll 1-Panelgeräte (Sharp, CTX), die eine Korrektur durch Drehung des Panels ermöglichen. Sonst muß man eben was unterlegen oder eine Deckenhalterung mit Teleskop o.ä. verwenden. Die Umschaltung von Boden auf Decke ist gewöhnlich per Tastendruck machbar. Die Projektionsentfernung kann je nach Objektiv und Panelgröße erheblich variieren, ein Zoomobjektiv ist oftmals eine prima Angelegenheit. Achten Sie auf ein motorisiertes Objektiv, wenn der Projektor an der Decke montiert wird. Projektionsabstand: das rund 1,5 bis 2,5-fache der Bildbreite.



Auf- und Einstellung bei Röhren.

Potenziell können Röhren sehr gut schräg projezieren, so dass die Aufstellungshöhe variabel ist. Jedoch sind nicht alle Geräte dafür konstruiert, je nach Aufwand bei der sogenannten Scheimpflugkorrektur (Linse wird vor Röhre schräg gestellt). Wichtig bei Röhren: der Projektionsabstand darf keinesfalls verändert werden, sonst ist der Konvergenz für die Katz‘. Im Regelfall gilt das Verhältnis Abstand ist ca. 1,5 mal Bildbreite, bei einer Breitwandprojektion kann man in einigen Fällen etwas näher rücken. Es gibt auch noch Linsensätze, die eine geringere Projektionsdistanz erfordern. Die beste Alternative für eine Röhre ist die Decke – wenn sie stabil genug ist.

Bei Röhren muß man einige Stunden einkalkulieren, zudem ist das eine Sache für Spezialisten. Die Farbdeckung muß penibel eingestellt werden, entweder manuell an 50 oder mehr Reglern, oder per Fernbedienung mittels einer "digitalen Konvergenz". Letzterer ist unbedingt der Vorzug zu gegeben, denn neben der bequemeren Justage können mehrere Konvergenzdatensätze für verschiedene Formate aufbewahrt werden – wahnsinnig praktisch für DVD und breite Leinwände...

Trotzdem muß jeder Röhrenprojektor bei der Einstellung geöffnet werden, also besser Hände weg davon und den Händler in die Pflicht genommen. Schließlich müssen die Optiken justiert werden, Stecker beim Wechsel von Boden auf Decke umgesteckt und eventuell sogar an den Röhren herumgedreht werden. Hochspannung!!

Lernen Sie aber trotzdem die Einstellung der Farbdeckung (was von außen zugänglich ist), damit Sie geringe Abweichungen selbst beheben können. Dazu genügt meist ein einfacher Eingriff. Wer sich unsicher fühlt, zieht besser seinen Händler zurate.



Justierung der Bildparameter:

Nach der erstmalige Installation des Projektors erfolgt die Justierung der Bildparameter. Sie werden feststellen, daß eine korrekte Einstellung von Helligkeit Kontrast gar nicht so einfach ist. Wer es genau nimmt, besorgt sich eine DVD mit Testbildern und justiert danach. Wichtig dabei: die Helligkeit beschreibt den Schwarzpegel, justieren Sie mit dieser Einstellung die dunklen Bereiche so, dass dort noch Details zu erkennen sind. Der Kontrast beschreibt den Weißpegel: bei LCDs darauf achten, dass die Lichter im Bild nicht übersteuern, bei Röhren nur soviel zustellen wie nötig, denn je mehr Kontrast, um so weniger Auflösung und Lebensdauer. Die Schärfe ist auch noch einen Blick wert: maßvoll verwenden, sonst bekommen Sie Doppelkonturen und Schattierungen neben Kanten. Auch für Farben gibt es Richtlinien, aber dazu brauchen Sie Farbfilter und Meßgeräte, das übersteigt schnell die Möglichkeiten daheim.





Leinwände:





Neben dem Projektor sollte man keinesfalls die Leinwand vergessen. Auch die erfordert eine Portion Überlegung. Wichtig ist, eine den Räumlichkeiten angepasste Lösung zu wählen. Konkret: eine fest montierte Wand im Wohnzimmer ist meist nicht wünschenswert. Hier ist eine Motorleinwand oder ein Rollo wesentlich eleganter. Aber warum sollten Sie für das Kellerkino in eine sündhaft teuere Motorwand investieren? Hier ist die Rahmenvariante viel billiger und oft auch besser, weil sie gespannt ist und somit nie Falten wirft.

Dann gibt es noch die technischen Aspekte, namentlich der Gainfaktor und der Streuwinkel. Man kann Leinwandtücher so herstellen, dass das Licht in eine bestimmte Richtung gebündelt wird. Das kann Vorteile haben, wenn man einen sehr lichtschwachen Projektor vor sich hat, oder wenn viel Streulicht die Projektion stört. Vorsicht: das ist in erster Linie für Präsentationen gedacht! Im Heimkino funktioniert eine Projektion mit Fremdlicht nur in wenigen Ausnahmefällen, etwa mit hellem Bildmaterial im Fernsehen. Sobald Sie den ersten "Widescreen" Spielfilm einlegen, ist die Enttäuschung vorprogrammiert.
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Gainfaktor

Unter kinoähnlichen Bedingungen – also abgedunkelter Raum - ist ein geringer Gainfaktor absolut ausreichend. Besonders bei sehr "breiten" Projektionen sollte man nicht über 1,0 bis 1,5 hinausgehen, sonst wird nur der Hot-Spot unangenehm. Besonders anfällig für einen Hot-Spot sind einfachere DLP-Projektoren, die auch heute noch ungleichmäßig ausleuchten. Hoher Gainfaktor verstärkt diesen Effekt. Außerdem: Röhrenprojektoren projezieren aus drei Objektiven, die nebeneinander angeordnet sind, womit eine Vorzugsrichtung zu Farbänderungen abhängig vom Blickwinkel führen kann. Daher: Finger weg von höhere Gainfaktoren! Die überlassen Sie besser den Präsentatoren und lichtschwachen Projektoren bei kleinen Bildbreiten. Wenn es nicht ohne Streulicht geht, werfen Sie doch mal einen Blick auf die Rückprojektion. Die gibt es als fertige Geräte, wenn auch etwas größer, aber man kann auch aus fast jeden Frontprojektor in einer Rückprojektion einsetzen. Nachteil dabei: trotz Spiegel wird viel Raum umbaut. Aber es löst eine Menge Probleme mit einem Schlag: kein Projektor sichtbar, kein Lärm und eben je nach Rückproscheibe viel unempfindlicher gegen Streulicht.

Wirklich wichtig: Planlage!

Viel wichtiger als Gain ist eine vollkommene Planlage, die besonders bei beweglichen Leinwänden keineswegs selbstverständlich ist. Preiswerte Vinylwände, die auf den teueren Spannmechanismus verzichten sind sehr dafür anfällig.

Aspect ratio



Eines der wichtigsten Auswahlkriterien für eine Leinwand überhaupt. Wer hauptsächlich Fußball oder Tennis guckt, bleibt bei 4:3. Alle anderen sollten unbedingt einer breiten Leinwand den Vorzug geben, entweder 1,78:1 (die berühmten 16:9) oder den Filmformaten 1,85:1(Flat) oder gar Scope (2,35:1). Allerdings: viele LCD- und DLP-Geräte sind ausschließlich auf 4:3 Leinwände ausgelegt. Wer eine 16:9-Leinwand verwendet, sieht die Menüs des Gerätes (meist an der Bildoberkante) irgendwo, aber nicht auf der Leinwand – und das auch im 16:9-Modus. Wenn es aber geht, ist eine breite Leinwand die viel, viel bessere Wahl. Filme kommen auf einer Breitleinwand einfach viel besser zur Geltung, als auf einer "halb" genutzten 4:3 Fläche!

Bedenken Sie aber: Wenn bei 1,78:1 ein Vollbild gefordert ist, muss ein kleineres Format eingestellt werden. Das geht (mühsam) per Zoom bei LCD oder DLP, viel besser mit der Geometrieeinstellung bei Röhren. Nebenbei: Die Königslösung ist eine akustisch transparente Wand mit den Lautsprechern dahinter. Das eignet sich aber hauptsächlich für Festinstallationen, Abschattung ist wichtig, wer’s kann macht es variabel!

Bildgröße

Bleibt noch die Frage: wie groß? Neben der Raumgröße gibt es dabei zwei Faktoren: das Licht und die Auflösung. Aus der Auflösung eines PAL-Signales kann man berechnen, dass ein Abstand vom 5 bis 7,5-fachen der Bildhöhe nötig ist, um keine Artefakt mehr zu sehen. Bei 2 Meter Bildbreite (4:3) sind das mindestens 7,5 Meter Abstand – Kinoeffekt ade. Bei HDTV sinkt der Abstand auf 3 mal Bildschirmhöhe. Mit einem guten Projektor mit hoher Auflösung und Videoprozessor würde ich sagen: 3 bis 4 mal Bildschirmhöhe, allerdings bei 4:3 gerechnet. Gut, damit sehen Sie noch den ein oder anderen Artefakt aus unseren historischen Fernsehnormen, aber hier ist ein Kompromiss gefragt. Bei anamorphem Breitbild von DVD wird der Kompromiß deutlich kleiner!

Auch die Lichtleistung setzt eine Grenze für die maximale Bildbreite. Bei Röhrenprojektoren gibt es eine gängige Faustregel, die besagt, dass ein Röhrenprojektor so zwischen 2 bis 2,5 Meter Bildbreite gut mit Licht versorgen kann. Bei breiterem Bild sinkt die Leuchtdichte auf der Leinwand unter das Niveau, das Sie aus dem Kino kennen. Besonders für LCD und DLP-Projektoren habe ich eine Formel ausgearbeitet, mit der man die maximale Bildbreite gut abschätzen kann: Wurzel aus Lumen mal Gain, geteilt durch 10. Diese Breite sollten Sie möglichst nicht überschreiten, sonst wird’s dunkler als im Kino. Lassen Sie dabei ruhig ein wenig Luft bei den Werksangaben von Projektoren...



Videoprozessoren: Linedoubler, Quadrupler und Scaler

Erst diese Zusatzgeräte ermöglichen mit den heutigen Videonormen eine vernünftige Großbilddarstellung. Bei Röhrengeräten gibt es diese Geräte als Steckkarte oder sogar im eigenen Gehäuse – als "Videoprozessor".

Wer nun glaubt, daß man mit LCD- oder DLP-Projektoren von solchen Zwängen befreit ist, liegt völlig falsch. Noch mehr als Geräte auf CRT-Basis sind diese Projektionstechniken geradezu auf einen Videoprozessor angewiesen, wenn sie herkömmliche Videosignale anzeigen sollen. Diese Signale nutzen das "Zeilensprung"-Verfahren, bei dem die jeweils geraden und ungeraden Zeilen nacheinander in Form von Halbbilder angeliefert werden. DLP- und LCD-Geräte sind von Hause auf für "progressiv" abgetastete Bildsignale konstruiert, daher muss ein Videoprozessor für die Umwandlung der Videosignale sorgen.

Dabei bleibt es meist nicht, denn die Displaymatrix entspricht praktisch nie dem des digitalisierten Videosignales, folglich muss es umgerechnet werden. Das macht einen sogenannten Skalierer erforderlich, der das nun im progressiven Format vorliegende Videobild in die Auflösung des Panels umrechnet. Die Auflösung im "Panel" oder im "Chip" orientiert sich an gängigen Computerformaten wie SVGA oder XGA. Auch für hochauflösende Röhrenprojektoren muss skaliert werden, sonst bleibt ein sichtbares Raster zurück.

Wofür brauchen Sie was:

Linedoubler: für Röhrenprojektoren der 7-Zoll und einfachen 8-Zoll Klasse, um ein Zeilensprung- in ein progressives Format umzurechnen. Für CRT-Projektoren der mittleren Preisklasse ist oft keine weitere Umrechnung notwendig. In manchen Fällen auch für LCD und DLP interessant, wenn das "De-Interlacing" im Gerät nachlässig ausgeführt wurde. Wichtig dabei: ein guter Linedoubler sollte unbedingt einen Filmmodus beherrschen, also einen inversen 3/2 oder 2/2-Pull Down.

Quadrupler: Sind für Röhrenprojektoren der gehobenen 8-Zoll, hauptsächlich aber 9-Zoll Klasse interessant, und auch nur dann, wenn man nicht-anamorphes Material vorzugsweise in NTSC projeziert. In anderen Fällen (besonders bei anamorphem PAL) werden damit selbst gute Röhrenprojektoren überfordert. Ein Quadrupler berechnet nach der Umwandlung des Videosignales ins progressive Format noch Zwischenzeilen per "Interpolation".

Framedoubler: setzen die Bildfrequenz hoch. Besonders bei PAL nützlich, denn 50Hz können unter bestimmten Voraussetzungen empfindlich flackern. Ein Framedoubler im Videoprozessor verdoppelt die Bildfrequenz, erzeugt also 100Hz bei PAL und 120Hz bei NTSC. Manche Quadrupler kann man auf Line- plus Framedoubling umschalten, was jeder Projektor verarbeiten sollte, der auch mit einem Quadrupler klar kommt.

Skalierer: Ist für alle Arten von Projektoren interessant, weil nur so die optimale Auflösung des Gerätes ausgenutzt werden kann. Bei CRTs ist das der Punkt der optimalen Nutzung des Phosphors bevor die Abtastzeilen überlappen, bei LCD und DLP die native Auflösung des Panels beziehungsweise Chips. Gerade bei letzteren kann ein externer Scaler für ein besseres Bild sorgen, wenn sorgsamer mit Videosignalen umgegangen wird.

Eine Frage der Quelle

Welche Quellen sollten Sie zur Projektion hernehmen und wie anschließen? Da das Bild bei einer Projektion maximal vergrößert wird, ist die beste Quelle gerade gut genug. Aber: Je nach Art der Quelle kann es ganz trickreich sein, die den optimalen Anschluss herauszufinden. Nehmen Sie nur die Laserdisc: dort muß ein Y/C-Anschluss nicht zwangsläufig Vorteile bringen. Sehen wir uns die Schnittstellen an:

- Antenne ("RF"): seit den Zeiten des VHS-
Rekorders sollte klar sein,
dass ein auf Hochfrequenz moduliertes Videosignal im Heimkino kein
Thema ist. Vielfache Umwandlung verschlechtert das Bild!
- FBAS via Cinch - oder BNC-Buchse:
Problemlose Verbindung, die über
Koaxialkabel auch große Strecken überbrücken kann. Jedoch fordert
die Vermischung der Signale (Farbe und Helligkeit) ihren Preis, denn
die Trennung geht nicht ohne Verluste vonstatten. Selbst mittels
hochwertigen Kammfilter treten Artefakte auf: die Bandbreite der
Luminanz ist schlechter (weniger Details), die Bandbreite der Farbe ist
minimal und vom dominanten Luminanzsignal verunreinigt. FBAS ist
der richtige Transportweg für Videosignale von der Antenne, vom
analogen Satellitenreceiver und in den meisten Fällen auch vom
Laserdisc Player.
- Y/C ("S-Video"): oft falsch als "S-VHS"
bezeichnet. Vermeidet die
Artefakte, indem Farbe und Helligkeit getrennt gehalten werden. Y/C ist
die Mindestanforderung für DVD und digitalen Satellitenempfang, aber
auch für den S-VHS Rekorder. Nachteile von Y/C: der Farbkanal
beschneidet die Bandbreite der Farbinformation. Nicht relevant bei S-
VHS, sehr wohl aber bei DVD.
- YUV: richtiger eigentlich als "YPrPb"
bezeichnet, hier werden Helligkeit
und die Farbkomponenten unvermischt über drei Cinch- oder BNC-
Buchsen angeliefert. Optimal für DVD und digitales Fernsehen, leider
in
Europa im Konsumentenbereich (zu) wenig verbreitet. Problemlose
Schnittstelle, die auch höhere Ablenkfrequenzen transportieren kann
("Progressive Scan DVD-Player").
- RGB: (oft RGBHV): eine sehr hochwertige
Schnittstelle, die aber ihre
Tücken hat. Zum Beispiel fehlt bei RGB aus einem DVD-Player das
Synchronsignal, das aus FBAS gewonnen werden muss (solange
man einen Sync-Stripper dafür auftreiben kann...) RGBHV ist
universell, da es potenziell alle Bildformate transportieren kann.
Optimal ist RGB für den Anschluß eines Computers oder für die
Verbindung des Videoprozessors mit dem Projektor. Ein RGB-Signal
mit "Sync on Green" sollte man bei Video nach Möglichkeit
vermeiden
(Probleme mit dem "Grün"-Kanal).


Quelle: Peter Finzel
sevenofwine
wie immer super Infos von Dir, THX yelclap

Mein Bruder hat auch so ein Röhren-Dingens an der Decke hängen - kommt schon klasse respekt